Kirchheim

Nachbarn schlagen immer öfter Alarm

Tierwohl Seit Beginn der Pandemie werden mehr Verstöße gegen das Tierschutzgesetz gemeldet. Viele Probleme lassen sich mit Gesprächen lösen. Von Lena Bautze

Setzen Halter die Forderungen des Veterinäramts nicht um, werden die Tiere ins Tierheim gebracht. Symbolfoto: Jean-Luc Jacques
Setzen Halter die Forderungen des Veterinäramts nicht um, werden die Tiere ins Tierheim gebracht. Symbolfoto: Jean-Luc Jacques

Seit gut einem Jahr arbeiten mehr Menschen von zu Hause. Auf einmal nimmt man die eigenen vier Wände und die Umgebung ganz anders wahr, auch die Nachbarn und auch deren Tiere. Vielleicht merkt man jetzt erstmalig, wie oft der Hund von nebenan am Tag bellt. Besorgte greifen dann zum Hörer und wählen die Nummer vom Veterinäramt.

Das bemerkt auch Dr. Chris­tian Marquardt, Leiter des Veterinäramts: „Bei uns werden immer mehr Tierschutzverstöße gemeldet“, sagt er. Ihn wundert das nicht: ...

Mnchseen nbeivrnerg tjtze eivl iZte iDe zelioPi geenagd tremk keinen Znshmnugamea ehwczsin nenezAig nud ai-.eoCrsonKr eine Asngruwiku dre sCnre-roKiao auf ied Flhanealzl bitg se im tgas nArade ,Kopp eeriPeprhrnssesc red elizoiP uieRneltng. eiD Poilzie ratefss ibaed jehodc lidhleigc tDane ide tnttafearS - losa neez,Aing die an eid astnstawcatlhfatSa itetlegwteerei nrd.ewe hcDo im gruseztTtzsechtei ebeg ,es so edrnAa opKp, vno So kneön umz iBesilep ads nov nceezhrSm oerd sfisgahlär neebngag wdener, also enie fSatatrt dreo enie unengOktirirwdisgd ise,n rdanAe .ppKo wndsrtgdrginiukeiOen tfo nvo ned ewi dne red nud rde ibeertetab dun natednle gar hnitc bei edr olPiezi.

eDi znAengi,e ide imeb aelnnd, emknmo asu red tcfshaaaNbrch. Areb chua sau edm d-ueeFnrs reod enrdsaiwetnekVr denwer sVßeörte ee.lgmetd tauL rotHs rihei,ngTel eirtmerhTieile in nilEsegns, hcsi eeivl Bdnsagnenenaut von stbels g,erendeli ied enMnshce idenetnmrai denre erD insiChtar arMtqdaur tgnräez: smenite beahn chosn eien ergutVmn,u nov mew ied geeiAnz mok,tm und racci 90 tonPerz eilegn badie Dcho ide eiatrirMteb und eientnienibatrMr agsne tc,hni bo eid auVhnngro tstmim, nenw die egeieinrswbH oannym lbebeni wlnole - nud sad ownlle alut hitisCanr duaMrrqat dun srtoH elTenhrigi fast ngsleatsl.Iae m 425 nAgezine gba es 0220, 0192 enrwa se nru 1.39 eiesDs hraJ isdn sib etztj bretise rebü 08 ßhemmicluat eimb emledteg owdner. edr egeRl elenmd hisc die e,Lute liew ise dnn,eek erhi idwr eni Tier tchni gut otetnb a.rtarduMq hocD ivlee dsni dnna oareslmhr sal .thadgce ien nuHd biiseisleesewp krnka st,i nkna asd ein rnuGd n,eis amurw re tcnih so otf gliiTnreh.e riw snu ibe end nofnetreBef lednem und ise um eein ttbnie, lgeret hics ads achadn sgat uM.qdtaarr bieDa thge das meaT esd ma nAfgan merim zu ned rel.iatTrneh wir enmdnia ondirvfen, nitsenrhsale rwi ieen ahtNchicr dun nand deenml chis dei nhnecMes chua tfsa ella euhgdmen eib asgt siiChanrt d.uMrrataq iBe meeni Bhuesc dre iltTrahere dei eid Serpun uz ibieesgnt,e ohdc ruMqtdraa sgta :ralk se ieen shrepattoaK ,sit stieh nma asd .uach leSclnh nzupet tegh hAuc nenw sad eiTr ni meein ehsnelcthc nneihltgcihesedu sZdatnu s,ti nma dsa inthc naerbhnli ovn ien aarp eangT eewdir nenw hGfrea im zVgrue its, irw huac neei erchnuba wir ebra rimem eeni t.aMqdraru Dann dnewer die eTeir ahcu tcangbslheham udn gtsvo.err cDho uz hsenloc mtkom es ltua tarrudaMq run srhe n.eltes

Vorsicht vor Billigwelpen

„Der Bedarf an Welpen ist so hoch wie schon lange nicht mehr“, sagt Veterinäramtsleiter Chris­tian Marquardt. Gerade jetzt kaufen viele auch online billige Hundewelpen. „Das ist problematisch, weil die Hunde oft unter dubiosen Umständen gezüchtet werden.“

Oft viel zu früh werden die Tiere von der Mutter getrennt, was laut Marquardt zu Störungen im Verhalten führen kann. Hunde sollten nicht vor der neunten und Katzen nicht vor der zwölften Woche abgegeben werden. „Je länger das Tier bei der Mutter bleibt, desto besser ist das für den späteren Familienzusammenhalt.“

Interessenten sollten skeptisch sein und keine Hunde von Autobahnraststätten, Discounter­parkplätzen und ähn­lichen zwielichtigen Übergabepunkten abholen. „Es gibt auch schon Händler, die sich extra eine Wohnung mieten, um seriöser zu wirken.“ Die Gewinnspanne für die Verkäufer sei fast so hoch wie beim Drogen- und Waffenhandel.

Vor Kurzem wurde in einer Esslinger Unterführung ein Welpe angeboten. Das Ordnungsamt hat den Hund beschlagnahmt und ins Tierheim gebracht. leba