Kirchheim
Neue Pfarrerin setzt auf Moderne

Investitur Berenike Brehm wurde in Jesingen in ihr Amt eingesetzt. Sie hat sich für die Gemeinde entschieden, weil es dort viele junge Leute gibt. Von Lena Bautze

Einen Tweet im Gottesdienst absetzen, oder doch lieber seinen Instagramfeed durch einen Konfipost erweitern - das könnte in Jesingen bald normal werden, denn Berenike Brehm möchte auch die Jugend für den Glauben begeistern: „Die Kirche sollte nicht nur hinter den Mauern stattfinden“, sagt die 31-Jährige. Ihr ist es wichtig, dass die Kirche nicht anonym ist, sondern mit der Zeit geht. „Dazu müssen Strukturen verändert werden“, sagt die gebürtige Heidelbergerin.

Jetzt ist sie die neue evangelische Pfarrerin in Jesingen und tritt somit in die Fußstapfen von Roland Conzelmann. Sobald der Ohmdener Pfarrer Christoph Schilling die Trinkbachgemeinde verlässt, bekleidet sie zudem das dortige Pfarramt.

Zu Beginn möchte sie die Bürger erst mal kennenlernen, um zu schauen, was die Gemeinde braucht. Dabei gestaltet sie neben normalen Gottesdiensten auch ein paar besondere. Zum Beispiel „Music and lyrics“, ein Gottesdienst, in dem sie bekannte Songs wie „Hello“ von Adele übersetzt, und sie mit musikalischer Begleitung vorträgt. Auch Filmgottesdienste stehen auf ihrer Agenda. Dort hält sie zwischen Filmausschnitten jeweils Predigten.

Der Glaube war für Berenike Brehm schon als Kind sehr wichtig. Sie wurde christlich erzogen und ist sonntags gerne in die Kirche gegangen. Um herauszufinden, was der Glaube für sie bedeutet, hat sie in Tübingen erst mit einem Theologiestudium fürs Lehramt angefangen, hat sich dann aber doch für eine Laufbahn als Pfarrerin entschieden, um an Schulen keine zwei Fächer unterrichten zu müssen. „Ich wollte mit ganzem Herzen für eine Sache da sein.“ Während dieser Zeit hat sie ihren Mann kennengelernt. Mit dem selbstständigen Geologen und ihren beiden Hunden, ein Mini Australian Shepherd und ein Lappländischer Rentierhund, wohnt sie jetzt gemeinsam im Pfarrhaus bei der Petruskirche.

Alle vier gehen gern auf Reisen - am liebsten mit dem umgebauten VW Bus. Vor allem der Norden Europas hat es Berenike Brehm angetan. Das kommt vor allem von ihrer zwei- monatigen Zeit in einer Pilgerkirche, in der sie während ihres Vikariats gearbeitet hat. Auch diesen Sommer wird der VW Bus gepackt, um auf dem Olavsweg von Lia Gård 300 Kilometer nach Trondheim zu pilgern. Das Pilgern ist der Pfarrerin nicht fremd, bereits 2017 ist sie mit ihrem Mann und ihren Hunden in Rena gestartet, sie mussten dann aber wegen einer Pfotenverletzung stoppen. Im Juli steht nun der zweite Versuch an: Diesmal wollen sie es bis nach Oslo schaffen.