Kirchheim

Neuer Standort - neues Glück

Umzug Die Kirchheimer Teck-Realschule ist auf den Campus der Raunerschule gezogen. Noch steht das große Einräumen an. Die Schüler bekommen nächste Woche erste Schulhausführungen. Von Andreas Volz

Alle sind begeistert und freuen sich auf den Neubeginn: Das ist der Eindruck, der beim Besuch der neuen Teck-Realschule auf dem Rauner-Campus entsteht, und dieser Eindruck ist echt, nicht vorgetäuscht. Es herrscht positive Aufbruchstimmung. Das gesamte Team der Teck-Realschule, das sich in den vergangenen Jahren gewaltig verjüngt und nahezu komplett ausgetauscht hat, bricht begeistert zu neuen Ufern auf: zur Schule am neuen Standort und in Richtung normalem Unterricht in der Zeit nach den Sommerferien.

„Die letzten Wochen waren ein gewaltiger Kraftakt“, sagt Konrektor Marlon Lamour beim Rundgang durchs neue Schulgebäude. Er bezieht sich dabei zunächst einmal auf die Corona-Bedingungen und spricht deswegen auch nicht nur von der Teck-Realschule, sondern von allen Kollegien an allen Schulen im Land. An seiner Schule allerdings gibt es doppelten Grund zur Vorfreude auf September.

Dass eine Schule mit knapp 40 Lehrkräften und knapp 400 Schülern den Standort wechselt, geschieht nicht alle Tage. Noch seltener ist es, dass zwei Schulen zusammenziehen. Rauner- und Teck-Realschule sind künftig nicht nur enge Nachbarn. Sie teilen sich auch die Fachräume, die jetzt ebenfalls bezugsfertig sind. „Wir arbeiten da ganz kollegial zusammen“, betont Marlon Lamour. Zugleich stellt er klar, dass es sich nicht um eine Schule handelt, sondern um zwei unterschiedliche Schulen am gleichen Standort - um eine Gemeinschaftsschule und um eine Realschule.

Corona trennt die Schulen

Corona macht die Trennung der Schulen deutlicher als geplant: „Wegen der Infektionsgefahr müssen wir die Schüler strikt trennen.“ Vorerst gibt es getrennte Eingänge für beide Schulen und auch getrennte Pausenhöfe. Sporthalle und Fachräume, die gemeinsam genutzt werden, teilen sich die beiden Schulen tageweise auf.

Dass die Teck-Realschule (größerer Gebäudeteil links) völlig zu Recht nach der Teck benannt ist, macht erst das Luftbild deutlic
Dass die Teck-Realschule (größerer Gebäudeteil links) völlig zu Recht nach der Teck benannt ist, macht erst das Luftbild deutlich. Im kleineren Gebäudeteil rechts hat die Raunerschule schon seit längerer Zeit ihr neues Domizil. Derzeit werden die Fachräume bezogen und frisch eingeräumt (Bild unten). Fotos: Jean-Luc Jacques

Die Klassenzimmer sind für eine Realschule eigentlich zu klein, sagt Konrektor Lamour. „Realschulen haben einen anderen Klassenteiler als Gemeinschaftsschulen, einen höheren. Aber wir kommen trotzdem zurecht, weil wir die Differenzierungsräume gut nutzen können.“

Bislang waren nur die Lehrer der Teck-Realschule am neuen Standort, zum Einräumen. Nächs­te Woche folgen die Schüler. Sie erhalten zunächst Führungen durchs Gebäude, in dem sie sich von September an zurechtfinden müssen. Die Zeugnisübergabe am Mittwoch ist der letzte Akt, der für die Schüler noch an der Aichelbergstraße stattfinden soll. Die vier Abschlussklassen erhalten ihre Zeugnisse schon am Montag, aber nicht gemeinsam, sondern - wegen Corona - klassenweise.

Kommt beim Abschied vom alten Gebäude so etwas wie Wehmut auf? „Vielleicht bei den wenigen Kollegen, die dort über viele Jahre hinweg unterrichtet haben. Für die hängen ja auch viele Erinnerungen dran. Aber bei dem Zustand, in dem sich unser altes Schulgebäude befindet, kann es nichts anderes als Vorfreude geben.“

Teck-Realschule zieht um
Teck-Realschule zieht um am neuen Standort, Rauner-Campus

Teck-Realschule und Raunerschule ziehen zusammen

Fragen zum Rauner beantwortete Birgit Spann, die Leiterin des Sachgebiets Hochbau, im Ausschuss für Bildung, Soziales und Bürgerdienste. Wichtigste Botschaft: Von möglichen Corona-Einschränkungen abgesehen, kann der Schulbetrieb der Teck-Realschule zum Schuljahresbeginn ganz normal starten.

Das Raumprogramm auf dem Campus sei zwar grundsätzlich auf eine gemeinsame Fünfzügigkeit von Raunerschule und Teck-Realschule ausgelegt, unter besonderer Berücksichtigung der Gemeinschaftsschulpädagogik. Aber: „Es passt auch für eine Realschule. Beide Schularten müssen die Räumlichkeiten nutzen können.“

Zwei Schulen unter einem Dach: Das war so nicht vorgesehen. Bei der Planung war die Stadt noch davon ausgegangen, dass beide Schulen miteinander verschmelzen würden. Deswegen mussten jetzt für Lehrerzimmer und Rektorat der Teck-Realschule flexible Lösungen gesucht werden. „Aber trotzdem gibt es Synergieeffekte.“ vol

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