Kirchheim

Nicht selbst in Gefahr begeben

Um Ladendiebstahl vorzubeugen, ist aufmerksames Personal wichtig, betont Sabine Hagmann, Geschäftsführerin des Handelsverbands Württemberg. Dass sich Mitarbeiter aber in Gefahr begeben, um den oder die Diebe zu schnappen, lohne sich keinesfalls.

Frau Hagmann, welche Rolle spielen Inventurdifferenzen in Baden-Württemberg?

Sabine Hagmann: Der Handel verzeichnet jährlich vier Milliarden Euro Verlust durch Inventurdifferenzen. Das sind auf Baden-Württemberg umgemünzt zwischen 600 und 800 Millionen Euro. Ein Riesenverlust also.

Wie hoch ist der Schaden landesweit durch Ladendiebstähle?

Hagmann: Auf den Ladendiebstahl entfallen davon bis zu 50 Prozent. Die andere Differenz kommt aus der Vorlieferkette, also von den Herstellern und Lieferanten und aus organisatorischen Problemen.

Was raten Sie Händlern, um Ladendiebstähle bei sich zu vermeiden?

Hagmann: Wir raten unseren Händlern, präventiv vorzugehen, also in Sicherungen, Sicherheitspersonal und Überwachungsmaterial, soweit möglich und bezahlbar, sowie in Schulungen des eigenen Personals zu investieren, in denen es darum geht, Ladendiebstähle zu vermeiden, potenzielle Täter zu erkennen und abzuschrecken.

Was ist mit Händlern, die sich teure Maßnahmen wie Kameras oder Ladendetektive einfach nicht leisten können?

Wichtig ist vor allem gut geschultes Personal. Sicher ist es auch wichtig, darauf achtzugeben, dass teures und potenziell als Diebesgut beliebtes Warensortiment an vom Personal gut einsehbaren Standorten im Laden positioniert wird.

Können auch die Kunden in solchen Situationen helfen?

Wenn Kunden für ihre Einzelhändler ebenfalls wachsam die Augen aufhalten, wirkt dies auch präventiv. Wichtig ist uns an dieser Stelle aber, dass sich weder das Verkaufspersonal noch die Kunden in Situationen bringen, in denen sie selbst an Leib und Leben gefährdet sind. Das lohnt sich keinesfalls, und hier raten wir dringend ab. Heike Siegemund

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