Kirchheim

Ötlinger Feuerwehr probt Kellerbrand

Sicherheit Rund 50 Zuschauer beobachten die Hauptübung der Floriansjünger beim Bauunternehmen Luczky.

Ötlinger Feuerwehr probt Kellerbrand
Ötlinger Feuerwehr probt Kellerbrand

Kirchheim. Am späten Nachmittag heulen die Sirenen auf. Bei der Installation eines Schaltschranks ist im Keller des Bauunternehmens Luczky ein Feuer ausgebrochen. Vier Handwerker, die im Untergeschoss des Hauses zugange waren, werden vermisst. Als die Freiwillig Feuerwehr Kirchheim, Abteilung Ötlingen, in der Fabrikstraße 27 eintrifft, sind bereits 50 Schaulustige vor Ort, um die Hauptübung gebannt zu verfolgen.

Aufgeregt rennt ein Mitarbeiter der Firma auf Frank Gebauer zu. Er erzählt dem Einsatzleiter was passiert ist. Nachdem Gebauer die Lage erkundet hat, weist er seine Kameraden und die Hilfskräfte des DRK Ortsverein Kirchheim in den Einsatz ein. In Windeseile werden die Schläuche ausgerollt und an die Verteiler angeschlossen. Zeitgleich werfen sich Daniel Diez und Timo Schnepple ihre Pressluftatmer über die Schultern. Die beiden Atemschutzgeräteträger sind die ersten, die in das verrauchte Gebäude vordringen. Die Menschenrettung hat für sie oberste Priorität.

Isabel Weinstein, die das Geschehen überwacht, notiert sich die Namen von Diez und Schnepple. Auf einer Tafel vermerkt sie den Druck der Pressluftatmer und den Zeitpunkt, an dem beide ihre Luftversorgung angeschlossen haben. Der Angriffstrupp ist einer Vielzahl von Gefahren ausgesetzt. Die Überwachung soll die Zahl der Atemschutzunfälle verringern und die Sicherheit erhöhen. Über Funk fragt Weinstein in regelmäßigen Abständen ab, wie viel Druckluft sich noch in den Pressluftatmern befindet. Daraus ermittelt sich die Resteinsatzzeit.

Unterdessen wird auf einer nahegelegenen Brücke eine Feuerlöschkreispumpe in die Lauter abgelassen. Rund 1 600 Liter Wasser pro Minute werden mit ihr zum Einsatzort geleitet, und so die weitere Löschwasserversorgung sichergestellt. Längst sind Daniel Diez und Timo Schnepple im Untergeschoss angekommen. Mit abgespreiztem Bein arbeiten sich die beiden Feuerwehrleute im Uhrzeigersinn an der Wand entlang. Ausgestattet mit einer Wärmebildkamera gelingt es ihnen, in dem vollgestellten und verrauchten Keller, schnell die vermissten Handwerker aufzufinden. Draußen warten schon die Helfer des DRK, die die Handwerker medizinisch versorgen.

Laut Einsatzsatzleiter Frank Gebauer sehen sich die Feuerwehrleute bei einem Kellerbrand Temperaturen von 800 bis 1 000 Grad gegenüber. Wegen der starken Hitzeentwicklung ist in Kellern beim Umgang mit Löschwasser Vorsicht geboten, betont Michael Gräßle, Kommandant der Freiwilligen Feuerwehr Kirchheim: Aus einem Liter Wasser können sich schnell­   1 700 Liter Wasserdampf entwickeln. „Dringt der Wasserdampf durch die Kleidung, ist er immer noch 100 Grad heiß“, fährt Michael Gräßle fort. „Das Ergebnis sind Verbrennungen.“ Daniela Haußmann

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