Kirchheim

Peter Schuster nimmt die „Ausfahrt AfD“

Parteiwechsel Ein langjähriges aktives Mitglied der Kreis-CDU setzt ganz offensichtlich neue politische Prioritäten.

Peter Schuster
Peter Schuster Archiv-Foto: Thomas Skalak

Region. Peter Schuster kandidiert für die AfD: Schon über einen längeren Zeitraum hinweg hatte es sich abgezeichnet, dass der Notzinger Diplom-Theologe seine politische Heimat nicht mehr länger in der CDU sieht. Inzwischen ist der Wechsel in ein anderes Lager endgültig vollzogen. Für die Wahl zur Regionalversammlung steht er auf Listenplatz fünf des AfD-Kreisverbands Esslingen.

Auf Nachfrage des Teckboten teilte er mit, dass er sich zu seinen Beweggründen für den Parteiwechsel nicht öffentlich äußern will. Umso mehr sagt er in der Pressemitteilung des AfD-Kreisverbands zur Regionalwahl: Seine Aussagen zu Dieselfahrverboten, zu allzu strengen Stickoxid-Grenzwerten und zu falschen Standorten für Messstationen nehmen nahezu die Hälfte der gesamten Pressemitteilung ein. Ganz am Schluss wird Peter Schuster noch als „Arbeitnehmervertreter der AfD“ bezeichnet.

Letzteres deckt sich mit seiner langjährigen Tätigkeit bei der CDU: Im Mai 2018 hatte er nach 16 Jahren den Kreisvorsitz der Christlich-Demokratischen Arbeitnehmerschaft (CDA) abgegeben. Trotzdem taucht er - Stand gestern zumindest - auf der Homepage des CDU-Kreisverbands immer noch als Vorsitzender der CDA im Kreis auf.

Bereits im Februar 2018 hatte Peter Schuster einen weiteren Vorsitz innerhalb der Kreis-CDU neidergelegt: den des Evangelischen Arbeitskreises (EAK), den er sechs Jahre lang innehatte. Im Nachhinein lässt sich das durchaus als Rücktritt auf Raten deuten.

Für zwei Legislaturperioden fungierte er außerdem als CDU-Zweitkandidat im Landtagswahlkreis Kirchheim. Der Abgeordnete Karl Zimmermann sagte gestern am Telefon zur Personalie Peter Schuster: „Er war nicht nur mein Ersatzkandidat, sondern auch eine Zeit lang mein Mitarbeiter - bis ich mich von ihm trennen musste.“

Nähere Einzelheiten zu dieser Trennung nennt Karl Zimmermann zwar nicht. Dafür aber äußert er sich freimütig über die möglichen Gründe für Peter Schusters Parteiwechsel: „Er sah offensichtlich keine Chance mehr, bei der CDU ein Mandat zu erlangen. Diese Chance sieht er nun bei der AfD.“ Als er vor einigen Monaten aus der CDU ausgetreten sei, habe er allerdings keine Gründe für diesen Schritt genannt. Wirklich überrascht ist Karl Zimmermann nicht darüber, dass sein einstiger Mitarbeiter „jetzt die Ausfahrt zur AfD genommen hat, nachdem er auf der Straße der CDU nicht zu seinem Ziel gekommen ist“. Andreas Volz

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