Kirchheim

Plädoyer für Beziehungen mit dem Iran

Vortrag Friedensreferent Clemens Ronnefeldt sprach über die Lage im Mittleren Osten.

Kirchheim. Über die Lage im Mittleren Osten hat Clemens Ronnefeldt, Friedensreferent des Internationalen Versöhnungsbundes, bei Pax Christi und der DFG-VK Gruppe Neckar-Fils in Kirchheim gesprochen. Gleich zu Beginn des Vortrags wurde deutlich, wie komplex die Situation im Nahen und Mittleren Osten ist. Rund 400 Jahre lang gehörte Syrien zum Osmanischen Reich, bis dieses mit dem ersten Weltkrieg zerfiel, danach wurde es bis zur Unabhängigkeit 1943 französisches Mandatsgebiet. „Die Willkürlichkeit der damaligen Grenzziehungen mit dem Lineal wirken spannungsreich bis heute nach“, so der Referent, „die arabische Bevölkerung wurde mit ihren Interessen nicht berücksichtigt.“

Clemens Ronnefeldt machte deutlich, dass 2011 nach anfänglich gewaltfreien Protesten in Syrien für mehr Demokratie die Protestbewegung sehr bald von ausländischen Kräften militarisiert wurde. Er plädiert heute für eine UN-Friedenskonferenz in der Schweiz sowie eine Unterbrechung des Nachschubs von Waffen und Kämpfern für beide Seiten. Er warnte auch vor einem Regimewechsel im Iran und forderte dazu auf, nach dem von US-Präsident Trump gekündigten Atomabkommen weiterhin mit Iran Geschäfte zu machen, um der Zivilbevölkerung eine wirtschaftliche Perspektive zu bieten.pm


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