Kirchheim

Plötzlich steht das Dach in Flammen

Einsatz Am Sonntagmittag hat die Kirchheimer Feuerwehr in der Bohnau einen Brand gelöscht, der möglicherweise von einer defekten Fritteuse in einem Pavillon ausgegangen war. Von Andreas Volz

Löschen unter erschwerten Bedingungen: von der Drehleiter aus gegen die vorherrschende Windrichtung.Foto: Carsten Riedl
Löschen unter erschwerten Bedingungen: von der Drehleiter aus gegen die vorherrschende Windrichtung. Foto: Carsten Riedl

Große Aufregung am helllichten Sonntagmittag im sonst so beschaulichen Kirchheimer Wohngebiet Bohnau: An der Ecke Elsterweg/Hermann-Löns-Weg brannte es. Gegen 12.20 Uhr war das Feuer gemeldet worden. Bis 14.30 Uhr dauerten die Löscharbeiten an: Aber selbst wenn schon bald keine Flammen mehr vom First emporzüngelten, waren Rauch und Qualm deutlich zu sehen, zu spüren und zu riechen.

Zur Brandursache schreibt die Polizei in einer Pressemitteilung: „Ersten Ermittlungen zufolge könnte sich das Feuer aufgrund eines technischen Defekts an einer Fritteuse entzündet haben.“ Zunächst habe es nur in einem Pavillon gebrannt. Von dort habe das Feuer aber rasch auf das Wohnhaus übergegriffen, „das zeitweise voll in Flammen stand“. Weiter schreibt die Polizei von drei Personen, die zur ambulanten Behandlung ins Krankenhaus mussten - wegen des vielen Rauchs und wegen der großen Aufregung.

Die Freiwillige Feuerwehr war wenige Minuten nach der Alarmierung vor Ort - mit insgesamt zehn Fahrzeugen und 57 Personen. Stadtbrandmeister Roland Schultheiß, der den Einsatz leitete, sprach von besonderen Umständen, die die Löscharbeiten erschwerten: „Der Dachstuhl ist voll ausgebaut. Deshalb kommt man ans Feuer nicht direkt ran. Wir müssen das Dach von außen und von innen öffnen.“

Von außen ging es darum, die Dachziegel auszuhaken, was nur vom Korb der Drehleiter aus möglich war. Von innen wiederum war die Isolierung zu entfernen, um das Feuer löschen zu können. Letzteres geschah zeitweise mit sieben Rohren. Fünf Trupps waren unter Atemschutz zum Innenangriff in das Gebäude eingedrungen.

Eine weitere Schwierigkeit stellte der starke Wind dar, der auch noch aus der falschen Richtung wehte - von der Gartenseite her. Der Wind fachte nicht nur das Feuer immer wieder an, er erschwerte als Gegenwind auch die Arbeit mit der Drehleiter, die im Hermann-Löns-Weg postiert war. Von dort aus erschien es den zahlreichen Beobachtern, als brenne „nur“ der First. Vom Sibyllenweg aus zeigten sich aber erst die wahren Dimensionen des Brands. Auf der Gartenseite brannte nämlich fast das gesamte Dach, einschließlich der Dachgaube.

Weniger problematisch als die Zugangssituation und als der heftige Wind war für die Feuerwehr die Stromleitung auf dem Dach: Die EnBW hatte die Stromversorgung bereits kurz nach der Alarmierung gekappt. Allerdings war davon nicht nur das brennende Haus betroffen. Auch für die Bewohner der umliegenden Gebäude kam zum allgemeinen Schreck noch ein Stromausfall hinzu.

Ein aufmerksamer Junge aus der Nachbarschaft, der zwölfjährige Luis, war gerade mit seiner gleichaltrigen Cousine Chiara auf der Straße unterwegs, als er die Flammen und den schwarzen Rauch bemerkte. Sofort eilte er zurück nach Hause und erzählte seinen Eltern davon, die umgehend die Feuerwehr alarmierten. So berichtet er es gemeinsam mit seiner Mutter, als das Feuer schon unter Kontrolle ist.

Gegen 16 Uhr konnte die Feuerwehr wieder abrücken. Zurück blieben noch zwei Fahrzeuge, darunter auch die Drehleiter. Zum einen ging es um die weitere Beobachtung der Brandstelle, und zum anderen darum, einen Zimmermann zu unterstützen. Der war bereits damit beschäftigt, das Dach mit Planen gegen die Witterung zu schützen.

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