Kirchheim

Preis für die Genossenschaft

Unternehmen Die Schülerfirma des Schlossgymnasiums belegt den ersten Platz bei einem Raiffeisen-Wettbewerb und investiert das Preisgeld in neue Maschinen. Von Andreas Volz

Die Preisverleiher von Volksbank und Genossenschaftsverband freuen sich mit den Schülern von Teck-Stil über deren Erfolg.Foto: M
Die Preisverleiher von Volksbank und Genossenschaftsverband freuen sich mit den Schülern von Teck-Stil über deren Erfolg.Foto: Markus Brändli

Friedrich Wilhelm Raiffeisen hätte seine helle Freude, wenn er am Kirchheimer Schlossgymnasium erleben könnte, wie die Schülergenossenschaft Teck-Stil seit vier Jahren reibungslos funktioniert und erfolgreich am Markt besteht. Der Mitbegründer der genossenschaftlichen Bewegung, der vor 200 Jahren zur Welt gekommen ist, steht heuer im Mittelpunkt eines speziellen Erinnerungsjahrs.

„Mensch Raiffeisen“: So lautet eine Kampagne zum Jubiläumsjahr, an der sich auch Teck-Stil beteiligt hat. Beim Facebook-Wettbewerb ging es darum, sich in einem kurzen Film zu präsentieren und dabei die Frage zu beantworten, wie Raiffeisen die Schülergenossenschaft gefallen würde. Der zweiminütige Film, der auf You Tube zu sehen ist, hätte nicht nur Raiffeisen gefallen. Er hat auch die meisten Likes bekommen.

Dieser filmische Erfolg hat Teck-Stil jetzt eine außerplanmäßige Einnahme beschert: Eva Krauß vom baden-württembergischen Genossenschaftsverband hat dem Vorstand zum Start des Schulfests am Schlossgymnasium jetzt einen Preis überreicht: 2 500 Euro gab es, weil Teck-Stil bundesweit den ersten Platz belegt hat. Dass Raiffeisen auch mit 200 Jahren noch nicht zum alten Eisen gehört, machte Eva Krauß in einem kurzen Satz mehr als deutlich: „Selbstorganisation ist heute genauso wichtig wie früher.“

Für den Vorstand von Teck-Stil bedankte sich Julius Kerschl für den Preis: „Wir können damit beweisen, dass wir eine Genossenschaft sind, die selbst Raiffeisen beeindrucken würde.“ Noch weitaus mehr wäre Raiffeisen wohl von der folgenden Aussage beeindruckt gewesen: „Das Preisgeld können wir sehr gut brauchen und es in unsere Genossenschaft investieren.“

Damit bestätigte der Schüler eine wichtige Feststellung seiner Schulleiterin Lucia Heffner: „Teck-Stil ist eine eingetragene Genossenschaft, das ist kein Spiel.“ Immerhin werde die Schülergenossenschaft nach denselben Kriterien geprüft wie jede andere Genossenschaft auch.

Als Partner von Teck-Stil fungiert seit Beginn des genossenschaftlichen Wegs die Volksbank Kirchheim-Nürtingen. Für die Betreuung von Teck-Stil ist Simon Geßner zuständig. „Es freut ins, dass wir als Volksbank diese Genossenschaft so unterstützen können“, sagte er zu den Gästen des Schulfests. Den Schülern und insbesondere dem Vorstand zollte er großen Respekt für die viele Zeit - darunter „unglaublich viel Freizeit“ -, die sie in ihre Genossenschaft investieren, um Teck-Stil zu erhalten und weiterzuentwickeln.

Über die Weiterentwicklung von Teck-Stil gab im Anschluss an die Preisübergabe Manfred Machoczek noch detailliertere Auskünfte. Der betreuende Lehrer des Seminarkurses und Mitinitiator der Schülergenossenschaft erzählte, dass die 2 500 Euro in Werbemittel investiert werden sollen sowie in die Verbesserung der Produktion: „Wir wollen eine Maschine zum Besticken anschaffen, vielleicht auch eine zum Pressen.“

Einen ganz neuen Markt erobern

Außerdem will Teck-Stil seine Produktpalette erweitern und neue Absatzmöglichkeiten schaffen - weit über das Schlossgymnasium hinaus: „Wir denken da ganz konkret an eine Kirchheim-Einkaufstasche. Damit können wir einen ganz neuen Markt erobern.“

Außer dem Preisgeld investiert Teck-Stil auch immer einen Teil des Überschusses in das eigene Unternehmen. Trotzdem haben die Mitglieder der Schülergenossenschaft im vergangenen Jahr aus ihrer Dividende 900 Euro an „Starkes Kirchheim“ gespendet.

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