Kirchheim

Quarantäne endet ohne Infektion

Coronavirus Zwei Wochen lang waren 15 Rückkehrer aus China im Kirchheimer ateck-Hotel einquartiert. Gestern Morgen wurden sie allesamt entlassen – ausgestattet mit Unbedenklichkeitsbescheinigungen. Von Andreas Volz

Sozialminister Manne Lucha mahnte bei der Pressekonferenz in Kirchheim händeringend, normale hygienische Standards einzuhalten u
Sozialminister Manne Lucha mahnte bei der Pressekonferenz in Kirchheim händeringend, normale hygienische Standards einzuhalten und Hamsterkäufe zu vermeiden: „Wir sind darauf angewiesen, dass unsere Infrastruktur aufrechterhalten bleibt.“ Foto: Carsten Riedl

Das war‘s. So schnell gehen zwei Wochen vorbei: „Wir schließen nun die Quarantäne ab“, sagte Barbara Bosch, die Präsidentin des DRL-Landesverbands Baden-Württemberg gestern Mittag im Kirchheimer ateck-Hotel. Die 15 Rückkehrer aus Wutan, die exakt zwei Wochen zuvor über Paris und Echterdingen nach Kirchheim gebracht worden waren, haben ihr Quartier verlassen und sind nun irgendwo in Deutschland untergekommen - bei Freunden, bei Verwandten oder auch in Wohnungen, die ihnen ihre Arbeitgeber zur Verfügung stellen.

Die wichtigste Botschaft für Kirchheim verkündete Dr. Marion Leuze-Mohr, die Erste Landesbeamtin im Landkreis Esslingen: „Wir haben allen 15 Personen eine Unbedenklichkeitsbescheinigung ausgestellt.“ Das Gesundheitsamt, das die Quarantäne amts­ärztlich zu begleiten hatte, hat die Quarantäne-Gäste des ateck-Hotels regelmäßig auf eine mögliche Infizierung mit dem Coronavirus untersucht. „Das Ergebnis war jedes Mal negativ“, sagte Marion Leuze-Mohr. Um alle Missverständnisse auszuschließen, fügte sie hinzu: „Das negative Ergebnis ist die positive Nachricht.“ Das bedeutet konkret: „Es konnte kein Virus nachgewiesen werden.“

Auch Baden-Württembergs Sozialminister Manne Lucha, der zugleich das Amt eines Gesundheitsministers innehat, war gestern eigens nach Kirchheim gekommen, um sich bei der Pressekonferenz im ateck-Hotel persönlich bei allen Beteiligten zu bedanken: „für Ihr Engagement, für Ihre Professionalität und für Ihre Besonnenheit“. Eine Quarantäne, wie sie jetzt in Kirchheim zu Ende ging, sei in dieser Form nicht mehr vorgesehen. Derzeit gehe es darum, dass Menschen aus Risikogebieten nicht mehr nach Deutschland geholt werden sollen. Ohnehin ist das Coronavirus längst in Baden-Württemberg angekommen: Stand gestern Mittag, nannte Manne Lucha „96 bestätigte Fälle, von denen mehr als 40 Prozent Urlaubsrückkehrer aus Südtirol sind“. Die Krankheitsverläufe seien dennoch „mehrheitlich moderat, gesunde Kinder stecken das weg“.

Wichtig sei es nach wie vor für alle, sich zum eigenen Schutz regelmäßig und gründlich die Hände zu waschen, aufs Händeschütteln zu verzichten und sich nicht ins Gesicht zu fassen. Für Hams­terkäufe hat Manne Lucha kein Verständnis: „Das ist unnötig und auch nicht angemessen. Es droht keine Gefahr, dass wir in eine Gütermängellage geraten. Selbst wenn jemand 14 Tage lang in häuslicher Abgeschiedenheit leben muss, wird er sicher mit genügend Klopapier versorgt.“

Barbara Bosch wurde energischer: „Es ist schändlich, Desinfektionsmittel in großen Mengen zuhause zu horten. Wir brauchen sie für die ganz normale medizinische Versorgung - unabhängig vom Coronavirus. In den Krankenhäusern werden die Behälter ja schon aus der Verankerung gerissen.“ Dabei hat sie eine ganz klare Botschaft: „Jeder, der ein gesunder Mensch ist und nicht zu einer Risikogruppe gehört, kann sich auch ohne Desinfektionsmittel gegen das Coronavirus schützen.“

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