Kirchheim

Ran an die Bälle!

Kooperation Die Kirchheimer Teck-Realschule ist jetzt WSB-Schule und hat somit einen sport- und bewegungs­erzieherischen Schwerpunkt. Mit im Boot sind die VfL-Handballer und die Knights. Von Iris Häfner

Auf dem Campus der Teck-Realschule ist die Freude groß über die Zertifizierung als WSB-Schule. Foto: Carsten Riedl
Auf dem Campus der Teck-Realschule ist die Freude groß über die Zertifizierung als WSB-Schule. Foto: Carsten Riedl

Corona hin oder her, wer ein echter Sportsmann oder eine echte Sportsfrau ist, lässt sich den Spaß an der Bewegung nicht nehmen. Mussten sich selbst Mannschaftssportler mehrere Monate auf einsamen Jogging-Runden fit halten, sind jetzt wieder gemeinsame Trainingseinheiten und Liga-Spiele möglich.

Sportlich durchstarten will die Teck-Realschule in Kirchheim im neuen Schuljahr. Die Rahmenbedingungen dafür stimmen. Am neuen Standort Rauner-Campus wurde gestern offiziell in kleinem Rahmen die Zertifizierung als WSB-Schule und die Kooperationsunterzeichnung mit den Kirchheim Knights und der Handball-Abteilung des VfL Kirchheim gefeiert. Dazu eingeladen hatte ­Marlon Lamour, stellvertretender Schulleiter und selbst begeisterter Fußballspieler. Somit ist viel „Ball-Kompetenz“ auf dem Campus vereint.

Das Konzept hat vor allem Eva Romina Rau, die Sportfachschaftsleiterin, entwickelt. „Uns als Teck-Realschule hat bislang die Profilierung gefehlt. Wir haben jetzt den Sportzug, das ergänzt sich prima zu den Bläserklassen in der Freihof-Realschule“, sagte Marlon ­Lamour. Nicht nur er freut sich über die Zertifizierung als WSB-Schule, das für Weiterführende Schule mit sport- und bewegungserzieherischem Schwerpunkt steht. „Diesen Status haben wir uns im vergangenen Schuljahr erarbeitet, indem wir verschiedene Vorgaben erfüllt und an der Schule umgesetzt haben. Unter anderem gibt es bei uns jetzt eine aktive, bewegte Pause, verschiedene Exkursionen zu Sport­events wie der Turn-WM in Stuttgart“, erklärte der Konrektor.

Die Zertifizierung ist ein Aspekt des Sportprofils, ein zweiter die Kooperation und Zusammenarbeit mit ortsansässigen Vereinen. „Mit den Kirchheimer Basketballern und Handballern ist es gelungen, gleich zwei starke Partner mit uns als Schule zu verknüpfen“, sagte Marlon Lamour, der selbst zehn Jahre Abteilungsleiter beim TV Neidlingen war. „Wir als Schule profitieren unheimlich vom Angebot externer Partner. Für die Schüler ist das gerade das Salz in der Suppe: wenn sie eine Basketballstunde mit einem professionellen Trainer oder einen Handballaktionstag erleben dürfen.“

Beeindruckt von dem „gigantisch großen Gebäude, dem Areal und den damit verbundenen Möglichkeiten, Sport zu treiben“, ist Sascha Hus­toles, Fachberater Sport des ZSL (Zentrum für Schulqualität und Lehrerbildung) in Stuttgart. „Vor allem die Schnitzelgrube macht mich ein bissle neidisch“, sagte der Ruderer, der die offizielle Zertifizierung als WSB-Schule der Teck-Realschule überreichte. Das fiel ihm nicht schwer. „Man hat gemerkt: Das ganze Team steht dahinter. Dazu kommen noch zwei starke Vereine“, erklärte er und ist sich sicher: „Das wird bestimmt eine super Kooperation - und für die Schüler eine Bereicherung.“

Eine Chance für die Vereine sieht Uwe Hamann, Abteilungsleiter der VfL-Handballer. An seiner Seite war Sohn Tim in seiner Eigenschaft als Jugendkoordinator. „Der VfL ist stark in der Seniorenarbeit. Für die Jugend wurde bisher noch zu wenig gemacht“, so Uwe Hamann. Da sei Professionalität gefragt, das Ehrenamt stoße bei solch einer Kooperation an seine Grenzen, da viele berufstätig sind und somit tagsüber nicht zur Verfügung stehen können. „Wir wollen an der Teck-­Realschule das Sportangebot bereichern und den Schüler den Spaß am Handball vermitteln“, sagte er, denn er weiß um den Mitgliederschwund vor allem im Jugendbereich.

Stolz ist Bettina Schmauder, kaufmännische Geschäftsführerin der Kirchheim Knights, nicht nur auf die Basketball-Profimannschaft, sondern auch auf den starken Nachwuchs. „Wir freuen uns über den Mehrwert, den die Profis bieten. Aber schlussendlich machen wir das für den Nachwuchs. Beide Bereiche befruchten sich gegenseitig“, erklärte sie. Diese Rechnung geht auf. „Schon im zweiten Jahr spielen wir in der Jugendbundesliga. Aber auch der Breitensport hat bei uns sein Zuhause. Viele haben bei uns ihre zweite Heimat“, ist sie sich der Verantwortung bewusst. Dabei hat sie mit drei hauptamtlichen Trainern Mitstreiter an ihrer Seite. Auf dem Rauner-Campus mit dabei war Jugendkoordinator ­Desmond Strickland. „Er wird sich um die Fünftklässler kümmern“, erklärte ­Bettina Schmauder.

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