Kirchheim

Randnotiz: Mörderischer Abi-Stress

Liebevolle Mutmacher für Kirchheimer Abiturienten: oben ein Plakat von 2016, unten ein brandaktuelles.Fotos: Archiv/privat
Liebevolle Mutmacher für Kirchheimer Abiturienten: oben ein Plakat von 2016, unten ein brandaktuelles.Fotos: Archiv/privat

Geschafft! Genug der Vorbereitung, ab heute zählt‘s: Deutsch-Abitur ist angesagt, an den beruflichen Gymnasien schwitzen sie sogar schon seit Freitag. Der Auftakt zum zweiwöchigen Prüfungsreigen beendet den Stress. Ja, richtig: Schließlich geht es hier nicht um die Abiturienten, sondern um die, die sie begleiten. Mit guten Wünschen, mit Aufmunterungen, mit Daumendrücken und - mit Plakaten!

Ohne sie geht heute gar nichts mehr. Das Abi scheint quasi nicht zu schaffen ohne den schriftlichen Liebesbeweis der Mitleidenden. Auch die haben, wenn heute endlich die Schulglocke zum Aufsatz ruft, gehörig Strapazen hinter sich. Schließlich erfordert so ein Plakat Brainstorming und Fingerspitzengefühl: Es soll Mut machen, darf aber auch necken; es soll intelligent sein, aber auch für jedermann verständlich; es soll schön gestaltet sein, aber keinesfalls kindisch. Eines darf es auf gar keinen Fall sein: peinlich. - Wenn Mama überschwänglich ihre Liebe ausdrückt und nicht nur Glückwünsche, sondern auch den internen Kosenamen der Öffentlichkeit preisgibt, wird der reife Abiturient schnell zum pubertären Zornigel und der Klassenstar zur Spottzielscheibe.

Wer auf Nummer sicher gehen will, greift auf den schlichten Mutmacher à la „x y, du schaffst das!“ zurück. Inklusive Verzierung natürlich. Steht der Slogan fest, verkünsteln sich Freundinnen, Cliquen und Familien tagelang mit Pappkartons, Folien oder Bettlaken. Kurz bevor‘s ernst wird, schleicht ein vertrauenswürdiger Abgesandter mit Klebeband oder Kabelbinder um die Penne, um die Botschaft gut sichtbar zu platzieren. - Zu bewundern sind die Ergebnisse jetzt an allen Kirchheimer Gymnasien.

Echt mörderisch, der Abi-Stress! Von Irene Strifler

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