Kirchheim

Wo sind die Eisenbahner?

Sreenshot: Teckbote
Screenshot: Teckbote

Vor Kurzem lud die Deutsche Bahn zum Pressegespräch ins Baubüro Aichelberg. Es ging um den Bau der Filstalbrücke. Der Vor-Ort-Termin war bestens organisiert, der Bau der Brücke technisch faszinierend. Doch warum verwies die Wegbeschreibung nur aufs Auto? „Wie soll man auch anders herkommen, die Bahnstrecke ist ja noch nicht fertig“, meinte ein Bahnsprecher. Da hat er ja Recht, auch der nächste Halt scheint sehr weit weg zu sein. Die S-Bahn in Kirchheim und der Linienbus in Weilheim sind außer Reichweite. Und die reaktivierte und ergänzte Bahnlinie Kirchheim - Weilheim - Boll - Göppingen, die ziemlich genau an dieser Stelle vorbeiführen würde, ist noch Zukunftsmusik.

Trotzdem: Das wäre den Schweizern nicht passiert, oder? „Falls eine Baustelle nicht in der Nähe einer ÖPNV-Haltestelle ist, organisieren wir Shuttle-Busse“, sagt Reto Schärli, Mediensprecher der SBB. Das wäre bei diesem „kleinen“ Termin wohl übertrieben gewesen. Aber der Gedanke, dass einer mit der eigenen Firma anreist und die letzten Meter abgeholt wird, auch? Vor Jahren wurde ich einmal von unterwegs ins VW-Werk gefahren. Mit einem Phaeton! Es hätte mich auch gewundert, wenn da ein Fiat 500 gekommen wäre. Ein bisschen Stolz aufs eigene Produkt muss doch sein.

Drinnen gab es dann eine sehr schöne, großformatige Streckenkarte der Neubaustrecke Wendlingen-Ulm, erstellt von einer Frankfurter Agentur, gedruckt im Jahr 2016. In ihr sind neben der Neubaustrecke auch bestehende Bahnstrecken eingezeichnet. Doch, oh Schreck, die Teckbahn endet auf der Karte in Dettingen. Owen - südlich davon endet die Karte - ist ohne Bahnanschluss! Da will einer ein neues Produkt verkaufen und vergisst dabei sein Bestandssortiment. Das ist schade, selbst wenn dieser Teil des Sortiments dringend ein Update braucht. Das hat kein echter Eisenbahner erstellt, ein solcher würde noch nachts im Traum neue Schienen legen. Es sei ein Jammer, klagte neulich ein Bahninsider, dass bei der Deutschen Bahn so wenige Eisenbahner arbeiten.

Ich bin dann übrigens mit dem E-Bike zum Baustellencontainer. Ein Lob an die Deutsche Bahn und deren Auftragnehmer für die überdachten Radabstellplätze. Peter Dietrich

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