Kirchheim

Raus aus der Schmuddelecke

Gerade mal neun Fahrräder wurden im ersten Halbjahr 2016 in der Kirchheimer Radstation verliehen, dazu noch 21 Pedelecs. 35 Dauerparker nutzten den Schutz der Station. Etwas üppiger fällt allenfalls der Service-Bereich ins Gewicht: Immerhin fast 400 zahlende Gäste haben den Service von Januar bis Juni in Anspruch genommen. – Die blanken Zahlen hauen keinen vom Hocker.

Dennoch leistet die Radstation ganze Arbeit, nicht nur als Beschäftigungseinrichtung für sozial schwache Menschen. Nein, die ganze Stadt hat profitiert: Die Stimmung am Bahnhof hat sich verändert. Es herrscht mehr Leben als noch vor wenigen Jahren, es gibt mehr Ansprechpartner. Fast 600 Menschen haben dort im ersten Halbjahr dieses Jahres Prospekte geholt oder Infos erhalten, also sicher auch Gespräche geführt und sich willkommen und begrüßt gefühlt.

Ob Tourist oder Einheimischer – man fühlt sich jetzt wohler am Bahnhof. Im Idealfall ist ein Bahnhof heutzutage die Visitenkarte einer Stadt. Davon ist Kirchheim noch weit entfernt. Dass man aber längst nicht mehr das Gefühl hat, in einer städtischen Schmuddelecke gelandet zu sein, ist maßgeblich der Existenz der Radstation zu verdanken.

IRENE STRIFLER

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