Kirchheim

Romantische Songs etwas anders

Konzert Das Christian-Krischkowsky-Quartett sorgt für ein spannendes Musikerlebnis im Kirchheimer Club Bastion.

Foto: Bernhard Fischer

Kirchheim. Selten ist eine Gruppe in der Bastion mit so dicken Notenbündeln angetreten, wie das Quartett des Ulmer Schlagzeugers und Komponisten Christian Krischkowsky. Melodiöse, songartige Themen wurden zu rhythmisch und harmonisch komplexen Klanggebilden. Keine leichte Kost, aber ein äußerst spannendes Musikerlebnis. Alle Stücke wurden von Krischkowsky komponiert oder so umgeformt, dass auf der Basis wiedererkennbarer Themenschnipsel eine gänzlich eigenständige Musik geschaffen wurde.

Die eigenen Titel des Komponisten wie „Bei den Quellen“, „Mouse and Elephant“ oder „Sad Monkey“ offenbaren einen Hang zu Romantik und Skurrilität. Aus dem surrealistisch angehauchten Song der Beatles „Strawberry Fields“ seziert Krischkowsky gleich zwei völlig unterschiedliche Titel, gipfelnd in einem entspannten, orientalisch wirkenden „Nothing to get hung about“ als Zugabe.

Musiker aus der Berliner Szene

Für das Quartett hat der zurückhaltende Krischkowsky renommierte Mitmusiker der Berliner Szene um sich geschart, vielseitig vernetzt auch auf europäischer Ebene. Roland Fidezius am Bass schuf gemeinsam mit dem Drummer überwiegend reduzierte Motive mit dunklem Druck. Peter Ehwald gestaltete am Tenorsaxofon veraltete, bedeckte Klänge, während er am Sopransaxofon warme, ja, brodelnde Klangkaskaden ertönen ließ. Marc Schmolling am Piano ist ein langjähriger Partner von Krischkowsky. Er entlockte dem altgedienten Piano intensive Klänge vom tiefen Grollen bis hin zu spitzen Attacken.

Kleine Klangmuster werden wiederholt, gesteigert und geschichtet bis hin zu den Grenzen der harmonischen Akzeptanz. Krischkowsky und damit der ganze Bandsound kommt eher von der Rockmusik als vom swingenden Jazz her, entsprechend klingt die Musik dynamisch pulsierend mit ständig sich weiterentwickelnden rhythmischen und harmonischen Strukturen.

Die Musiker konnten die Vorgaben des Schlagzeugers kongenial umsetzen, sodass die Gäste in der Bastion ein äußerst eigenständiges und intensives Konzerterlebnis genießen konnten, das Zuhörern wie Musikern große Freude bereitete. Bernhard Fischer

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