Kirchheim

Rund ums Thema Energie

Einweihung Mit einer Feier, verschiedenen Fachvorträgen und einem Rahmenprogramm für Groß und Klein präsentiert sich das Kirchheimer Energiezentrum der Öffentlichkeit. Von Thomas Krytzner

Wie es sich für ein Energiezentrum gehört - den Balkon zieren Kollektoren.Foto: Thomas Krytzner
Wie es sich für ein Energiezentrum gehört - den Balkon zieren Kollektoren.Foto: Thomas Krytzner

Eine Einweihung ist zwar nicht mehr modern, sagt der Geschäftsführer vom Energieteam Süd, Felix Denzinger, aber er sieht es als guten Geist, die Räume in dieser Form den Kirchheimern zu präsentieren. Die Gebäude an der Paradiesstraße werden noch saniert. Rund eine Million Euro haben die Betreiber in das Zentrum investiert. Alles wird erneuert, das Dach, Gas- und Wasserleitungen und die Fenster. „Wir wollen für die Menschen das Thema Energie von allen Seiten beleuchten. Hier im Zentrum können sie sich beraten lassen und Dienstleistungen in Anspruch nehmen“, erklärt Felix Denzinger.

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Andreas Schwarz, Fraktionsvorsitzender der Grünen/Bündnis 90 im baden-württembergischen Landtag, hat es nicht weit von seinem Kreisbüro zum Energiezentrum. Die örtliche Nähe kommt Schwarz entgegen: „Gemeinsam bringen wir die Energiewende voran, bauen erneuerbare Energie aus und schützen damit die Umwelt.“ Er sieht als größtes Ausbaupotenzial die Windkraft und Photovoltaikanlagen. An- dreas Schwarz mahnt zum Handeln: „Wenn wir jetzt nicht mutig voranschreiten, wird uns der Klimawandel treffen.“ In seiner Rede erinnert er auch an die Vereinbarung der Weltgemeinschaft: „Die Erderwärmung soll deutlich unter zwei Grad Celsius begrenzt werden.“ Positiv sieht Schwarz die Energiewende bei der Beschäftigung in Baden-Württemberg. So verdiene jeder hundertste Arbeitnehmer sein Geld mit Energie.

Andreas Kenner, SPD-Landtagsabgeordneter und Gemeinderat in Kirchheim, sieht die Investition positiv. Sorgen bereitet dem Kommunalpolitiker allerdings der demografische Wandel. „Nur zwei Prozent aller Wohnungen in Baden-Württemberg sind altersgerecht. Da bringt die tollste Energieeinsparung nichts, wenn ältere Menschen nicht mehr in der eigenen Wohnung baden können.“ Bei der Energiewende setzt Andreas Kenner vor allem auf Bürgernähe und bezahlbare Preise. „Die Bürger müssen einbezogen und mitgenommen werden.“ Er freut sich, dass Kunden nun im Energiezentrum Beratung und Information aus erster Hand bekommen.

Felix Schäfer ist Vorsitzender der Bürgerwerke und setzt auf die dezentrale Energie. Als Beispiel nennt er die Solaranlagen auf dem Dach. „Da kann sich jeder an der Energiewende beteiligen.“ Er teilt den Besuchern mit, dass mittlerweile 12 000 Energiebürger in der Genossenschaft sind - und damit Spitzenreiter der über 70 Energiegenossenschaften in Deutschland. Einen besonders effektiven Aspekt vermutet Schäfer in der Mobilität. „Die Deutschen lieben Autos, und dort können mit erneuerbarer Energie rund 50 Prozent des Verbrauchs eingespart werden.“ In verschiedenen Fachvorträgen konnten sich die Besucher informieren. Bernd Söllner vom gleichnamigen Ingenieurbüro stellte die energetische Sanierung vor, und Professor Dr. Pedro da Silva ging der Frage nach, ob 100 Prozent erneuerbare Energie möglich sind. Mit Makroaufnahmen schaffte Valentin Gutekunst detailreiche Einblicke in die Natur. Nebst den Informationen konnten die Besucher aber auch Probefahrten mit Elektromobilen machen. Das Elektroauto Zoe stand dafür bereit. Viel Interesse fand auch der Tesla, ebenfalls ein Elektroauto.