Kirchheim

S-Bahn: Vom Flughafen an die Teck?

Infrastruktur Der Verband Region Stuttgart sucht langfristige Lösungen fürs Neckartal. Auch Kirchheim kommt dabei ins Spiel.

Foto: Carsten Riedl

Region. Wie könnte langfristig eine Schienenanbindung des Filderraums in das Neckartal verlaufen? Welche Varianten für eine S-Bahn-Verlängerung sollen weiterverfolgt werden? Darüber haben die Mitglieder des regionalen Verkehrsausschusses diskutiert. Grundlage waren die Zwischenergebnisse aus einer Machbarkeitsstudie, die das Verkehrswissenschaftliche Institut der Universität Stuttgart (VWI) zusammen mit der Deutsche Bahn durchführt. „Bei allen Lösungen handelt es sich um langfristige Betrachtungen“, heißt es dazu in einer Pressemitteilung des Verbands Region Stuttgart. Sie sollen für den Entwurf eines fortgeschriebenen Regionalverkehrsplans weiter beraten werden.

Ein Ringschluss ins Neckartal könnte grundsätzlich mit zwei Optionen erfolgen: entweder ausgehend vom künftigen Endbahnhof der S2 in Neuhausen oder vom S-Bahn-Halt am Flughafen. Im letzteren Fall würden die S-Bahnen teilweise auf der Neubaustrecke Stuttgart-Ulm fahren. Für jede Option wurden verschiedene Trassenvarianten unter die Lupe genommen. Sie bieten teils erhebliche Fahrgastpotenziale.

Mehrere Strecken diskutiert

In der Diskussion sind folgende Streckenführungen: Über Neuhausen ergebe sich eine Möglichkeit durchs Körschtal in Richtung Altbach und weiter nach Plochingen. Alternativ gibt es die Möglichkeit, über Köngen eine Anbindung zur Neckartalbahn in Richtung Nürtingen oder nach Kirchheim zu schaffen. Auch eine Streckenführung mit einer neuen Bahnstrecke parallel zur Neubaustrecke Stuttgart-Ulm wurde untersucht. Vom Flughafen aus könnte man über die Neubaustrecke nach Kirchheim fahren, über die Neckartalbahn nach Plochingen oder auch über Denkendorf in Richtung Altbach und Plochingen - gegebenenfalls auch weiter nach Göppingen.

Die Kosten für das Projekt können derzeit erst grob abgeschätzt werden: Je nach Variante variieren sie zwischen 210 Millionen Euro im besten Fall und 950 Millionen Euro im schlimmsten. Die Variante entlang der Neubaustrecke gilt als wahrscheinlich günstiger.

Ob die vorgeschlagenen Strecken wirtschaftlich sind, müssen detaillierte Nutzen-Kosten-Untersuchungen noch zeigen. Noch nicht eingerechnet sind die zusätzlichen S-Bahn-Fahrzeuge, die für den Betrieb erforderlich wären.

Der Verband Region Stuttgart hatte die Machbarkeitsstudie in Auftrag gegeben, nachdem mehreren Fraktionen im Herbst 2016 Anträge zu zukünftigen Bahnverbindungen gestellt hatten. Erkenntnisse, die das VWI bereits aus einer Untersuchung für den Landkreis Esslingen mit den Kommunen gewonnen hat, flossen in die Studie ein. pm

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