Kirchheim

Schreiben, um das Vergessen zu stoppen

Menschenrechte Weltweit werden Aktivisten für ihr Engagement eingesperrt und verfolgt. Briefe sollen ihre Lage verbessern.

Symbolbild

Kirchheim. Drei Fälle von Menschenrechtsskandalen bereiten der Kirchheimer Gruppe von Amnesty International (ai) Sorgen. Mit sogenannten „Briefen gegen das Vergessen“ können Bürger helfen, darauf aufmerksam zu machen.

Anzeige

Hanan Badr el-Din setzt sich gegen das Verschwindenlassen ein. Ihr Ehemann zählt zu den vielen Personen, die in Ägypten in den vergangenen Jahren einfach „verschwunden“ sind. Im Mai wurde sie bei der Suche nach ihrem Mann festgenommen und der „Mitgliedschaft in einer verbotenen Gruppierung“ angeklagt. Ihr drohen mindestens fünf Jahre Haft. Hanan Badr el-Din hatte ihren Mann zuletzt im Fernsehen gesehen, als er nach Protesten im Juli 2013 verwundet in eine Klinik kam. Als sie ihn besuchen wollte, war er nicht zu finden. Gemeinsam mit Anderen gründete sie 2014 die Organisation „Familienkoalition der Opfer des Verschwindenlassens“. Das dürfte der wahre Grund für ihre Inhaftierung sein.

Brandanschlag auf Umweltaktivist

In Honduras werden Mitglieder einer Organisation, die sich für die Rechte der indigenen Gemeinschaft der Lenca einsetzen, bedroht und angegriffen. Das Leben der Lenca ist untrennbar mit ihrem Land verbunden. Doch dieses Land ist durch Wasserkraftwerke, Bergbauvorhaben und andere Großprojekte massiv bedroht. Die Organisation MILPAH verteidigt die Rechte der indigenen Gemeinschaft und kämpft gegen die rücksichtslose Ausbeutung von Bodenschätzen. Für ihr Engagement zahlen die Mitglieder der Organisation einen hohen Preis: Sie werden verleumdet und mit dem Tode bedroht. Die Behörden verfolgen die Täter nur selten.

Clovis Razafimalala setzt sich seit vielen Jahren für den Schutz des Regenwaldes in Madagaskar ein - wegen seines Engagements wurde er vielfach bedroht. Auch gab es einen Brandanschlag auf sein Haus. Im September 2016 inhaftierten ihn die Behörden unter dem Vorwurf, er habe bei Protesten zur Zerstörung öffentlichen Eigentums aufgerufen. Zahlreiche Personen können jedoch bezeugen, dass sich Clovis Razafimalala zum diesem Zeitpunkt in einem Restaurant aufhielt. Die Zeugen wurden in dem Verfahren nicht angehört. Im Juli 2017 verurteilte ihn ein Gericht zu fünf Jahren Haft auf Bewährung.

Info Vorformulierte Briefe gibt es im Kirchheimer Weltladen in der Dettinger Straße. Diese müssen nur abgeholt und frankiert werden. pm