Kirchheim

Schüler lassen ihre Räder leuchten

Sicherheitskampagne Die Initiative Fahrrad und die Kirchheimer Stadtverwaltung verteilen Süßes und Beleuchtungs- gutscheine an Radler. Von Thomas Krytzner

Dunkel, kalt und teilweise auch glatt sind Straßen und Wege im morgendlichen Berufsverkehr. Bürgermeister Riemer und sein Team i
Dunkel, kalt und teilweise auch glatt sind Straßen und Wege im morgendlichen Berufsverkehr. Bürgermeister Riemer und sein Team informierten Passanten in der Morgendämmerung über winterliche Verkehrsgefahren.Fotos: Thomas Krythner

Die Adventszeit gilt als Zeit der Lichter. Diese erhellen meist das Gemüt der Menschen. Allerdings sollten sie auch im Straßenverkehr verstärkt zum Einsatz kommen. Hier dienen sie an Fahrrädern in ganz entscheidendem Maße der Verkehrssicherheit. Zurzeit sorgen also nicht nur Kälte und vereiste Straßen für Ungemach, Radler tun in der dunklen Jahreszeit gut daran, von anderen gesehen zu werden.

In 25 Gemeinden und Städten in Baden-Württemberg hat die Aktionsgemeinschaft „Fahrradfreundliche Kommunen“ eine Nikolausaktion initiiert. Für Kirchheims Bürgermeister Günter Riemer und den Klimaschutzbeauftragten Sascha Mohnke ist es Ehrensache, zusammen mit der Ini­tiative Fahrrad der lokalen Agenda, die Kirchheimer Radfahrer am gestrigen Freitag für gute Beleuchtung zu motivieren.

Kurz vor der Morgendämmerung versammeln sich Bernd Cremer, Guido Hutt, Günter Glühmann und Siegfried Hauff von der Agenda-Gruppe in der Dettinger Straße und treffen dort in ihren roten Nikolausmützen auf die Vertreter der Stadtverwaltung. Es dauert auch gar nicht lange, bis die ersten Fahrradlichter erscheinen. Wer gut beleuchtet ist, hat Glück und bekommt neben einem freundlichen „Dankeschön“ auch gleich ein Schokoladenherz.

Doch auch die Verkehrssünder ohne Licht gehen nicht leer aus: Sie erhalten ermunternde Worte, aber auch einen Beleuchtungsgutschein. Diesen können sie bis Ende Februar bei der Radstation am Bahnhof und bei zwei Fachgeschäften einlösen. Diese Geschäfte unterstützen die Aktion, die einen erheblichen Beitrag zur Sichtbarkeit und damit zur Sicherheit leistet.

Bei den Radfahrern kommt die vorweihnachtliche Aktion gut an. Stefan Pfitzer aus Wernau ist mit dem Rad Richtung Nabern unterwegs und kennt den Lichtercheck schon: „Das ist eine tolle Aktion und bringt mehr Licht auf die Straße. Allerdings dürften die Schokoherzen etwas größer sein.“ Auch Mirko Lau, der auf dem Weg in die Innenstadt ist, lobt die Aktion: „In der grauen Jahreszeit, wo die hellen Tage sehr kurz sind, ist es wichtig, dass man gesehen wird.“

Es gibt aber nicht nur positive Stimmen. So zum Beispiel eine Radlerin, die sich durch den Stopp gestört fühlt: „Ich halte nichts von der Aktion, weil ich immer wieder von Leuten angesprochen werde. Die Fahrt mit guter Beleuchtung halte ich aber für sinnvoll.“

Sascha Mohnke ist zufrieden und vergleicht die Zahlen mit jenen vom letzten Jahr: „Insgesamt haben wir an vier Tagen rund 400 Radler kontrolliert. Jeder vierte war ohne Licht unterwegs.“ Bei der Aktion im letzten Jahr war noch jeder dritte auf seinem Rad schlecht beleuchtet. Mohnke lobt vor allem die Verbesserungen an den Schulen. Bei den Lichtkontrollen an der Alleenschule, den Freihof-Schulen und beim Schlossgymnasium waren Verwaltung und Initiative positiv überrascht: „Rund 160 Schüler waren mit Licht unterwegs, das bedeutet, nur jeder neunte ohne Licht.“ Auch Bürgermeister Günter Riemer lobte die Schulen: „Es waren mehr Kinder mit Licht auf ihren Zweirädern unterwegs als erwachsene Radfahrer.“

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