Kirchheim

Schüler stimmen auf dritten Advent ein

Konzert Mit alten und neuen Weihnachtsliedern brachten Schüler der Kirchheimer Musikschule am Samstag vor dem dritten Advent die Martinskirche zum Klingen. Von Elisabeth Selch

Besinnliche Musik in der Vorweihnachtszeit gab es in der Martinskirche. Foto: Markus Brändli
Besinnliche Musik in der Vorweihnachtszeit gab es in der Martinskirche. Foto: Markus Brändli

In der Weihnachtszeit besinnt man sich gern auf Traditionen - und eine besonders schöne Kirchheimer Tradition fand am Samstag statt: das Adventskonzert der Musikschule Kirchheim in der Martinskirche. Dass Musikschüler jeden Alters für einen guten Zweck ihre Instrumente und Stimmen festlich erklingen lassen, gehört zum Advent hier fest dazu. Wie jedes Jahr sammelte die Musikschule beim Adventskonzert Spenden für die Teckboten-Weihnachtsaktion, die der Musikschulleiter, Hans-Peter Weyhmüller, vorstellte.

Den Anfang machte das Posaunenensemble unter Leitung von Johannes Stortz, das mit „Wachet auf, ruft uns die Stimme“ einen stimmungsvollen Einstieg in das Konzert präsentierte. Weiter ging es mit feierlichen und beschwingten Stücken, ebenfalls von den vier Posaunisten gespielt. Danach füllte Gesang aus zahlreichen Kehlen die Kirche, als alle Chöre der Musikschule singend durch die Kirche nach vorne schritten. Unter Leitung von Maria Martinez und Beate Hofmann-Mundl versprühten die jungen Sänger des Vor- und Hauptchors mit spanischen Weihnachtsklängen gute Laune, genauso wie die Curly Girls mit dem Popsong „All I want for Christmas is you“. Warum ausgerechnet der eher traurig-wütende Song „Jar of Hearts“ für das Adventskonzert ausgewählt wurde, erscheint fraglich - immerhin bot er einigen Solistinnen die Möglichkeit, ihre Stimmen zu präsentieren. Poppig ging es mit dem Jugendchor unter der Leitung von Michael Holder weiter, bevor die Streicher die Bühne eroberten.

Takashi Otsuka führte seine Streicher von Anfang an ans Zusammenspiel heran. Schon die Jüngsten, die ihr Instrument zu lernen beginnen, zeigten im Liederorchester ihre ersten Fortschritte. Über die „Streichhölzer“ bis zur Jungen Kammersinfonie kann man hören, wie viel die Kinder im Lauf der Zeit dazulernen und immer komplexere, mehrstimmige Musik meistern. Zusammen mit dem Blockflötenensemble bildete die Junge Kammersinfonie mit Bachs „Ein Kleines Weihnachtskonzert“ einen prachtvollen Abschluss der Streichmusik. Ein musikalischer Höhepunkt war das moderne, witzige „A Kind of Waltz“, stilsicher und souverän vorgetragen vom Blockflötenorchester unter Leitung von Vladimir Soares.

Kontrabässe sind keine D-Züge, daher zog sich das Stimmen der Instrumente des Kontrabassensembles, Leitung Rainer Frank, etwas - doch für das Warten wurde das Publikum mit einem dunklen, vollen Klang belohnt, der durch die gesamte Kirche vibrierte und die ganze Schönheit dieses Instruments zeigte. Auch das Hornquartett, geleitet von Eduard Funk, beeindruckte beim getragenen Pilgerchor aus Wagners „Tannhäuser“ mit volltönigem Klang und einem feinen Gespür für die dem Stück innewohnende Spannung.

Der fulminante Abschluss des Konzerts gehörte traditionell dem großen Symphonischen Orchester unter der Leitung von Johannes Stortz, in dem die fortgeschrittenen Musikschüler mit Vivaldis Concerto in d-Moll ihr Können zeigten. Besonders die Solo-Violinistinnen Lea Wolff und Pia Zehle sowie die Solo-Cellistin Sarah Genz versprühten mit technischer Perfektion virtuosen Esprit - der großartiger Abschluss eines stimmungsvollen Adventskonzerts.

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