Kirchheim

Schulen sind fürs neue Jahr gerüstet

Neustart Die Stadt Kirchheim hat viel Geld in ihre Schulen investiert. Außer um die umfangreichen Neubauten im Rauner und in Ötlingen ging es dabei vor allem um Brandschutzsanierungen. Von Andreas Volz

Im Neubau der Teck-Realschule kann am Montag fristgerecht der normale Unterricht beginnen - von möglichen Corona-Beschränkungen
Im Neubau der Teck-Realschule kann am Montag fristgerecht der normale Unterricht beginnen - von möglichen Corona-Beschränkungen abgesehen. Foto: Carsten Riedl

Kirchheims Schulen sind auf den Neustart nach den Sommerferien vorbereitet - zumindest was die Stadt als Schulträger betrifft: „Klare Regeln vom Land zu bekommen, das war nicht so einfach“, sagt der Erste Bürgermeister Günter Riemer. Weil sich das Infektionsgeschehen nur bedingt vorhersagen lässt, wird sich an diesem Dilemma auch so schnell nichts ändern. Dafür kann unter Umständen die Realität ganz schnell ganz anders aussehen - Planung hin oder her.

Immerhin sieht der Plan vor, von Beginn an den Mensabetrieb an den Schulen laufen zu lassen. „Mit Corona-Regeln“, betont Günter Riemer, wobei sich die Praxis von Schule zu Schule unterscheiden wird. Die Abstandsregeln sind sicher überall gleich. Aber je nach Quadratmeterzahl der Mensa und je nach Schülerzahl dürfte es ganz unterschiedliche Schichten und Essenszeiten an den einzelnen Schulen geben.

Als Schulträger ist die Stadt aber ohnehin nicht für die Abläufe des Schulalltags zuständig, sondern für die Gebäude. Und da berichtet Günter Riemer von einer Punktlandung im Rauner: „Die Teck-Realschule beginnt jetzt am neuen Standort. Wir haben den Termin gehalten, und wir haben die Kosten gehalten.“ Zum jetzigen Zeitpunkt sieht es sogar danach aus, als könnte die Gesamtsumme von 27,4 Millionen Euro unterschritten werden.

Ganz fertig ist der Campus allerdings noch nicht. Gerade hat der dritte Bauabschnitt begonnen, die Sanierung des Bestands: Bis Juli 2021 soll dort die Ganztagsbetreuung ihren neuen Standort erhalten. Wenn also nächstes Jahr alles frist- und kostengerecht vollendet ist, hat die öffentliche Hand den Beweis angetreten, dass sie auch nach Plan bauen kann. „Das liegt in diesem Fall an einem ausgiebigen und konstruktiven Planungsprozess - und auch daran, dass wir dieses Großprojekt in großen Abschnitten frühzeitig ausgeschrieben haben.“

Ebenfalls rasch schreitet der Bau der Eduard-Mörike-Mehrzweckhalle voran. Günter Riemer nennt den hohen Grad der Vorfertigung als Grund dafür, dass man vor Ort schnell Fortschritte sehen konnte. Die Baustelle laufe gut: „Das merke ich daran, dass bei mir wenig ankommt. Wenn ich nicht viel höre, dann gibt es auch keine größeren Probleme.“ 7,75 Millionen sind für das Projekt veranschlagt. Wie teuer die Brandschutzsanierung in der benachbarten Schule wird, muss sich allerdings erst noch zeigen. Die Planungen sind gerade angelaufen.

An den Konrad-Widerholt-Schulen soll die Brandschutzsanierung im Juni 2021 abgeschlossen sein. Kostenpunkt: zwei Millionen Euro. „Wir dachten, dass wir schneller damit fertig sind“, fügt der Bürgermeister selbstkritisch an. „Aber da zeigt sich wieder mal, wie schwierig es ist, im laufenden Betrieb etwas zu bauen.“

An der Alleenschule soll der erste Bauabschnitt der Brandschutzsanierung Ende des Jahres abgeschlossen sein. Zu dieser Zeit dürfte auch der Baubeschluss für den zweiten Teil gefällt werden, zu dem dann auch die Sanierung der NWT-Räume und Bauarbeiten für die Digitalisierung gehören. Rund 1,8 Millionen Euro sind für beide Bauabschnitte veranschlagt. In der Sporthalle Stadtmitte ist für 120 000 Euro die Beleuchtung saniert worden. Es stehen nur noch kleinere Restarbeiten aus.

„Leidiges Thema Legionellen“

Von einer Sisyphusarbeit spricht Günter Riemer beim „leidigen Thema“ der Legionellen am Schlossgymnasium: „Wir gehen Schritt für Schritt vor und denken jedes Mal, jetzt haben wir’s.“ Die Arbeiten gehen weiter bis Frühjahr 2021. Vielleicht ist das Problem dann ja endgültig behoben.

In Nabern geht es um Schule und Kindergarten. Derzeit geht es aber noch darum, das erweiterte Raumkonzept in die Planung einzuarbeiten: Statt vier sollen nun fünf Gruppen unterkommen. Schneller ist der Erweiterungsbau im Jesinger Käppele-Kindergarten entstanden. Der Innenausbau steht kurz bevor. Ende des Jahres soll der Bau für 976 000 Euro fertiggestellt sein. Deutlich teurer wird es in Lindorf: 2,4 Millionen Euro sind für den Eichwiesen-Kindergarten vorgesehen. Das Baugesuch ist bereits eingereicht. Ende 2021 soll alles abgeschlossen sein. Bleiben die Container für den Haldenkindergarten in Ötlingen. Bereits Ende Oktober soll das Interimsgebäude nutzbar sein, das insgesamt 260 000 Euro kostet.

Strategien der Stadt Kirchheim für ihre Schulgebäude und für die Digitalisierung

„Weniger Stückwerk“ heißt die Devise für künftige Schulsanierungen in Kirchheim. „Wir wollen nicht an vielen Schulen viele kleine Dinge machen, sondern an einer Schule nach der anderen die großen Dinge angehen“, erklärt Bürgermeister Riemer. Dieses Vorgehen nimmt er schon einmal vorweg als Ergebnis des Gebäudezustandsberichts, der bis Ende des Jahres vorliegen soll.

Schwerpunkt für die nächsten Jahre soll das Ludwig-Uhland-Gymnasium werden: „Da müssen wir eine Grundsanierung angehen. Wir tun auf jeden Fall gut daran, unsere Schulen fit zu machen. Die Steigerung der Schülerzahlen ist prognostiziert.“

Vandalismus im Außenbereich ist ein Problem, dem die Stadt mit mehr Zäunen und Kameras begegnen will.

Digitalisierung ist ein weiteres Thema, das die Stadt Kirchheim dringend angehen muss: „Die Coronakrise hat in höchstem Maße gezeigt, auf welchem Stand der Dinge wir sind. Generell ist festzuhalten, dass die Versorgung mit schnellen Datenleitungen nicht gewährleistet ist.“ Diese Erkenntnisse sollten jetzt immerhin bundesweit zu einer Beschleunigung führen.

Mehr Personal soll in Kirchheim dafür sorgen, dass die Digitalisierung vorankommt: „Wir haben Leute eingestellt, die gezielt dieses Thema angehen.“ Im Rahmen sonstiger Sanierungen werden an Kirchheimer Schulen auch Breitbandkabel verlegt. Für Unterricht zu Hause seien 20 Prozent der Schüler auf mobile Leihgeräte angewiesen. Auch darum kümmere sich die Stadt. vol

Anzeige