Kirchheim

Sie war „das Gesicht der Marktstraße“

Nachruf Kläre Baur, Seniorchefin des gleichnamigen Juwelierbetriebes, ist im Alter von 96 Jahren friedlich eingeschlafen.

Kläre Baur
Kläre Baur

Kirchheim. Fast hundert Jahre Kirchheimer Stadtgeschichte prägen das Leben von Kläre Baur. Die Wiege der Schäferstochter stand in der Kirchheimer Marktstraße. Als Kläre Dorfner später den Juwelierssohn Eugen Baur heiratete, hatte sie es nicht weit: Sie zog mit ihm gerade einmal quer über die Straße. Dem Leben in der Innenstadt hat sie nicht nur ein Büchlein gewidmet, sie hat es auch nachhaltig geprägt. „Sie war das Gesicht der Marktstraße“, bringt es Oberbürgermeisterin Angelika Matt-Heidecker auf den Punkt.

Das Juweliergeschäft führte Kläre Baur fast 40 Jahre lang gemeinsam mit ihrem Mann. Auch nach der Geschäftsübergabe an Sohn Hansjörg erlosch das Interesse der Seniorchefin am Betrieb nicht, und noch bis vor acht Wochen informierte sie sich bei Enkel Manuel, der das Geschäft mittlerweile in der vierten Generation unter seinen Fittichen hat, über neueste Entwicklungen. Ihr guter Draht zur jungen Generation spiegelt sich auch in regen Kontakten zu einstigen „Schützlingen“: Kläre Baur war zu Kriegszeiten, vor ihrer Ehe, Kindergärtnerin und traf sich bis heute mit „ihren Kindern“ regelmäßig im Kirchheimer Panorama.

Bei aller Liebe zur Heimat erkundete Kläre Baur auch gern die weite Welt und ging auf Reisen, wann immer sich die Gelegenheit bot. Im heimischen Kirchheim war sie in zahlreichen Vereinen Mitglied, auch neueren Trends wie zum Beispiel dem Golfen, stand die aktive Seniorin aufgeschlossen gegenüber. Engagiert war sie in vielfacher Hinsicht, unter anderem für die Martinskirchenstiftung, zu deren Gründungsteam sie gehörte.

Noch bis vor Kurzem hatte die 96-Jährige einen Terminkalender, der selbst Jüngere beeindruckt hätte. Erst die letzten Wochen über war sie ans Bett gefesselt und durfte nun zu Hause friedlich einschlafen.Irene Strifler

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