Kirchheim

„Silver Surfer“ sicher im Netz

Kursprogramm Das neue Programm der Volkshochschule will die Menschen zur Weiterbildung verführen: Französisch für Anfänger ist dabei, Vorträge zu interessanten Themen oder Studienreisen. Von Iris Häfner

Kein alter Hut: das neue Kursprogramm der Volkshochschule. Foto: Carsten Riedl
Kein alter Hut: das neue Kursprogramm der Volkshochschule. Foto: Carsten Riedl

Überrasche dich selbst!“ ist das neue vhs-Programm überschrieben, und die eine oder andere Neuerung findet sich durchaus darin - neben den Dauerbrennern. Englisch und Gesundheit sind solche Selbstläufer. „Zu uns kommen Menschen, die über 80 Jahre alt sind. Sie wollen fit bleiben bis ins hohe Alter“, sagt Dr. Iris-Patricia Laudacher, stellvertretende Leiterin der Kirchheimer Volkshochschule und zuständig für diese Fachbereiche. Die Idee solcher Gesundheitskurse: das Gleichgewicht mit regelmäßigem Muskeltraining schulen, um Stürze vermeiden zu können. Line Dance wird gut angenommen, ebenso griechische Tänze. „Da haben wir immer freie Plätze, denn in einem Kurs können 25 bis 30 Tänzer teilnehmen“, sagt Iris-Patricia Laudacher. Breit aufgestellt ist das Englisch-Angebot. Das gibt es für Interessierte mit wenig oder guten Sprachkenntnissen, für den beruflichen Bereich oder die Reise.

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Auf den Spuren von Le Corbusier können Interessierte mit Barbara Honecker wandeln. Der Schweizer Architekt hat seine Spuren auf dem Stuttgarter Weissenhof hinterlassen. Die Reise mit der vhs führt jedoch durch die Schweiz und Frankreich. Ziele sind beispielsweise seine Geburtsstadt La Chaux de Fonds. Über den Genfer See und die Côte d‘Azur besucht die Gruppe das Kloster La Tourette, sein letztes Werk in Europa. Bei der Rückfahrt wird noch ein Stopp bei der Kapelle von Ronchamp in den Vogesen eingelegt.

In den Bereich von Rose König fallen unter anderem die Sparten Beruf und Karriere. „Mit dem Donnerstagsvortrag ,Agiles Management im Mittelstand‘ betreten wir neue Wege“, sagt sie. Alte Strukturen sollen damit in den Betrieben aufgebrochen werden. Kurze Wege, flache Strukturen sind dabei unter anderem die Schlagworte. Auf zu neuen Ufern heißt es auch beim Thema Digitalisierung für die Volkshochschule. So gibt es Lernangebote in digitaler Form. Diesbezüglich ist auch eine Kooperation mit der benachbarten Stadtbücherei geplant. „Wir wollen zweistufig fahren. Zunächst sind die Teilnehmer im Kurs und in der zweiten Phase arbeiten sie zu Hause. Es ist eine Art virtuelles Klassenzimmer“, erklärt Rose König. Zum Angebot gehört auch eine Reihe für Senioren, die im Internet unterwegs sind. Dazu zählen etwa die „Silver Surfer“. In dem Kurs geht es um die Sicherheit im Netz.

Für Deutsch und alle Fremdsprachen außer Englisch ist Eva Vogelmann zuständig. Anfängerkurse gibt in den romanischen Sprachen, ab Herbst auch in Französisch. Ein neues Angebot: Arabisch lernen. „Vor 15 Jahren hatten wir das schon einmal - aber die Hürde ist groß, wenn man zunächst erst die Schrift neu lernen muss“, ist die Erfahrung von Eva Vogelmann. Chinesisch fällt in die gleiche Kategorie. Spielerisch lässt sich diese Sprache mit Kalligrafie für Anfänger erlernen. Außer einer Anleitung zu praktischen Schreibübungen wird im Kurs auch die Geschichte der chinesischen Kalligrafie vermittelt - und einige Sprachkenntnisse.

Florian Stegmaier ist bei der vhs für Kulturveranstaltungen verantwortlich. An 500 Jahre Reformation kommt auch die Reihe der Donnerstagsvorträge nicht vorbei: Günter Erb hat hier seinen Fokus auf Kirchheim gerichtet. „Land um Teck und Neuffen zwischen Nazis und Kommunisten“ lautet der Vortrag von Dr. Steffen Seischab. Er geht der Frage nach, wer in Kirchheim und Nürtingen zu den Nazis der ersten Stunde gehörte und wie sich Kommunisten nach 1945 bei der Entnazifizierung einbrachten. Zum Besuch der großen Landesausstellung „Cézanne. Metamorphosen“ in der Karlsruher Kunsthalle mit hochkarätigen Leihgaben besteht Mitte November die Gelegenheit. Marc Chagall und Ernst Fuchs und das Motiv der Fantasie stehen bei einem Vortrag im Spitalkeller im Mittelpunkt.

Gelegenheit zu interkultureller Berührung bieten die Musik-Kurse von Frank Heinkel. Er bringt seinen Kursteilnehmern das australische Didgeridoo als vielseitiges Blas- und Rhythmusinstrument näher, ebenso das Spiel auf der wenig bekannten westafrikanischen Harfe Kamale N‘goni. Der wachsenden Beliebtheit der Ukulele, der „kleinen Schwester der Gitarre“, trägt ein Kurs mit Wolfgang Kern-Bauer Rechnung.