Kirchheim

So baut und lebt man heute

Bauprojekte Der Kirchheimer Jan Blankenhorn zieht mit seiner Familie von Stuttgart zurück in seine Heimat. Wohnen werden die drei im neuen Steingau-Quartier. Von Katja Eisenhardt

Jan Blankenhorn zeigt die Pläne zu seiner Maisonette-Wohnung.Foto: Katja Eisenhardt
Jan Blankenhorn zeigt die Pläne zu seiner Maisonette-Wohnung.Foto: Katja Eisenhardt

Wir haben vor zwei Jahren Nachwuchs bekommen und mit Kind wollen wir nicht mehr auf Dauer in Stuttgart wohnen bleiben“, erklärt Jan Blankenhorn die Entscheidung, nach Kirchheim zurückzuziehen. Die Baugruppe, der sich die Familie Blankenhorn angeschlossen hat, nennt sich „WerkStadt“ und baut im Baufeld 2 ein Gebäude mit acht Wohnungen, zwei davon geförderte Sozialwohnungen, sowie einer kleinen Gewerbeeinheit mit Hausverwaltung und einer Werkstatt. Durch Zufall wurden sie auf das Projekt aufmerksam, wie Jan Blankenhorn erzählt: „Dann haben wir über den Bewerbungsbogen auf der Homepage des Steingau-Quartiers unsere jetzige Baugruppe gefunden und uns für eine Wohnung beworben. Das Konzept fanden wir gleich interessant, denn so ein Viertel wie das des Steingau-Quartier kennen wir bereits. Meine Schwägerin wohnt in Tübingen in so einem Quartier. Dort gibt es bereits vier solcher Stadtquartiere“, erzählt Blankenhorn.

Die Hausgemeinschaft dort habe ihn beeindruckt, ebenso wie der Quartiercharakter an sich: „Das ist wie ein kleines Dorf, die Leute sind offen, man kennt und hilft sich. Das ist nicht so anonym wie in der Großstadt.“ Positiv sei auch die individuelle Gestaltung der einzelnen Baufelder mit ihren unterschiedlich aufgeteilten und genutzten Gebäuden und selbst gestalteten Innenhöfen. „Das sind einfach keine so klassischen, einheitlichen Wohnblocks.“

Im Baufeld 2 des Steingau-Quartiers bauen die Blankenhorns eine Maisonettewohnung im Dachgeschoss mit gut 120 Quadratmetern. Der Einzug ist aktuell für Herbst oder Winter 2020 geplant. „Wir sind eine bunt gemischte Baugruppe. Von der Familie mit Kind bis zum Bald-Rentner ist da alles dabei. Da kommen unterschiedliche Lebenskonzepte und -stadien zusammen und das macht das Ganze spannend. Im besten Fall entsteht hier so was wie eine Großfamilie, in der zum Beispiel die Älteren mal auf die Kinder aufpassen. Außer uns zieht noch eine weitere eine Familie ins Haus“, erzählt der 38-Jährige. Die Gruppe, die sich vorab kennenlernte, passe gut zusammen. „Man sollte auf jeden Fall offen und kompromissbereit sein, wenn man sich so einem Projekt anschließt.“

Gebaut werde ein Holz-Hybrid-Haus, teils mit Beton-, teils mit Holzwänden und mit einer Holzfassade ausgestattet. „Bei der Einrichtung kann jeder individuell entscheiden, zum Beispiel bei Grundrissgestaltung, der Sanitärausstattung oder den Böden. Koordiniert wird das Projekt von der Tübinger Projektsteuerin Claudia Jung, die sich etwa alle fünf Wochen mit der Baugruppe zur Lagebesprechung trifft. Die Planung läuft bereits seit gut einem Jahr. Das hat seinen Grund: „Im Gegensatz zu einem Einfamilien-Hausbau wird einem da sehr viel von der Planung durch Fachleute abgenommen, das ist ein großes Plus“, findet Jan Blankenhorn.

Zentrale Lage ist ein Plus

Ein weiterer Pluspunkt, der die Entscheidung für den Wohnungskauf im Steingau-Quartier positiv beeinflusste, sei ganz klar die sehr zentrale Lage in der Kirchheimer Innenstadt - fußläufig zu sämtlicher Nahversorgung und auch dem Bahnhof. Darüber hat sich die Familie vorab ganz genau auf den Seiten der Stadt informiert. Und Kirchheim ist für Jan Blankenhorn, der nun mit seiner Familie nach zehn Jahren wieder in die Heimatstadt zurückkehrt, ja ohnehin kein unbekanntes Pflaster. „Mir gefällt gut, dass das Steingau-Quartier nicht nur aus Profitgründen gebaut wird, sondern dass es hier wirklich auch um die zukünftigen Bewohner geht, die sich bereits vorab mit ihrem Quartier identifizieren sollen. Das vereint eine moderne und urbane Lebensart mit einem Leben in einer dörflichen Gemeinschaft.“

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