Kirchheim

Spannend: Mehlis fordert Riemer heraus

Wahl Heute entscheidet der Kirchheimer Gemeinderat über das Amt des Ersten Beigeordneten. Das Ergebnis ist völlig offen.

Kirchheim. Die Wahl des „Ers­ten Beigeordneten“ einer ­Großen Kreisstadt geht normalerweise sang- und klanglos in einer Gemeinderatssitzung über die Bühne. Das gilt erst recht dann, wenn sich ein langjähriger Amtsinhaber für die dritte Wahlperiode bewirbt. Doch Ausnahmen bestätigen die Regel. Solch eine Ausnahme steht heute um 18 Uhr bei der öffentlichen Gemeinderatssitzung in der Kirchheimer Stadthalle an. Die Wahl bildet den Auftakt zu einer langen Tagesordnung und dürfte richtig spannend werden. Von einer „ganz knappen Kiste“ munkelt manch einer, der bei der nichtöffentlichen Vorstellung der Kandidaten am Montagabend dabei war. Achselzucken und Stirnrunzeln sind die häufigsten Reaktionen auf die Frage nach dem Favoriten. Sicher ist: Die Stadträte haben wirklich eine Wahl.

Susanne Mehlis

Bürgermeister Günter Riemer, der das Amt seit 16 Jahren bekleidet, hat sich für eine dritte Amtszeit beworben. Doch von einem gemähten Wiesle kann keine Rede sein: Susanne Mehlis hat ebenfalls ihre Bewerbung eingereicht und gilt als ernstzunehmende Konkurrentin. Sie ist derzeit Stadtplanerin in Nürtingen, wo sie auch lebt. Zuvor hatte sie das Amt der Stadtplanerin in Göppingen inne.

Günter Riemer
Günter Riemer

Beide Bewerber haben dem Vernehmen nach im Vorfeld gute Vorstellungen abgegeben, beide gehören derselben Generation an. Die Vertreter der Gemeinderatsfraktionen halten sich auffallend bedeckt, offenbar herrscht auch intern vielfach Uneinigkeit, wem das Vertrauen ausgesprochen werden soll. Während Günter Riemer Mitglied der Freien Wähler und Kirchheimer ist, geht Susanne Mehlis als unabhängige Kandidatin ins Rennen.

Der Erste Beigeordnete bildet gemeinsam mit dem Zweiten Beigeordneten, Stefan Wörner, die Kirchheimer Verwaltungsspitze um Oberbürgermeister Dr. ­Pascal Bader. Bader war bekanntlich vor zehn Monaten gegen die langjährige Amtsinhaberin Angelika Matt-Heidecker angetreten und hatte einen Erdrutschsieg eingefahren. Als Oberbürgermeister wurde er von den Bürgern gewählt. Die heutige Wahl des Ers­ten Beigeordneten dagegen ist ein Königsrecht der Stadträte. Sie findet öffentlich statt, aber als geheime Abstimmung. Irene Strifler

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