Kirchheim

Sternsinger kämpfen gegen Kinderarbeit

Aussendungsfeier Vor dem Kirchheimer Rathaus haben die Kirchengemeinden St. Ulrich und Maria Königin die Sternsingeraktion eingeläutet. Von Andreas Volz

Foto: Carsten Riedl

Helles Licht in dunkler Nacht - das ist es, was die Sternsinger jetzt wieder von Haus zu Haus tragen wollen. Sie sammeln Gaben und singen Lieder, um die Menschen in Kirchheim und Umgebung zu erfreuen, aber auch um weltweit Kindern in Not zu helfen. „Gemeinsam gegen Kinderarbeit“: So lautet das Motto der Aktion, für die die Kirchengemeinden St. Ulrich und Maria Königin gestern Abend vor dem Kirchheimer Rathaus wieder zahlreiche Kinder ausgesandt haben - darunter auch wieder viele evangelische Kinder, wie es der guten ökumenischen Tradition entspricht.

Pfarrer Franz Keil ging exemplarisch auf die Not von Kindern in Indien ein: „Viele Kinder können dort vor lauter Arbeit nicht zur Schule gehen.“ In vielen Ländern der Welt müssen Kinder in Kaffee-, Kakao- oder Baumwollplantagen arbeiten. In Indien kommen noch Steinbrüche oder Textilfabriken dazu. Den Kindern bleibt oft keine andere Wahl als dort zu arbeiten, denn „viele Familien sind so arm, dass sie nur überleben können, wenn alle Kinder mithelfen und Geld verdienen“.

 

Ohne Ausbildung aber finden sie nur schlecht bezahlte Arbeit. Voraussetzung für eine Ausbildung ist allerdings Schulbildung. Und zur Schule können die Kinder nicht gehen, weil sie arbeiten müssen. „Sternsinger tragen dazu bei, diesen Kreislauf zu durchbrechen“, sagte Franz Keil gestern und ermunterte damit die Sternsinger, in den kommenden Tagen ihren Beitrag zu leisten. Sie sammeln Geld, das armen und bedürftigen Kindern anderswo hilft, bald vielleicht ein Leben ohne Kinderarbeit führen zu können.

Franz Keil ermunterte aber auch die Menschen, die Besuch von den Sternsingern erhalten, in ihrer Spendenfreudigkeit nicht nachzulassen: „Die Sternsinger bereiten mit ihrem Besuch und mit ihren Liedern vielen Menschen große Freude. Für viele wird es erst dann richtig Weihnachten, wenn die Sternsinger da waren.“

Foto: Carsten Riedl

Der Stern ist das wichtigste Symbol der singenden Kinder. Wie einst die drei Weisen aus dem Morgenland, folgen auch die Kinder dem Stern, der ihnen den Weg weist. Pfarrer Winfried Hierlemann verwies darauf, dass die Sterndeuter vor 2 000 Jahren ihren Weg ohne Navi und Smartphone fanden, weil sie ihrem Stern vertrauten und seinem Weg folgten.

Die Sternsinger wollen „Licht sein für die Welt“. Das sangen sie, unterstützt durch Blechbläser unter der Leitung von Harry Diemer. Anschließend brachten sie ihren Weihnachtssegen gleich „urbi et orbi“ dar: der Stadt, indem sie über der Rathaustür die neue Jahreszahl anschrieben, und dem (Land)-Kreis, indem sie als erstes in der Kreisklinik sangen.

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