Kirchheim

Stiftertour zum Ulmer Münster

Martinskirche Die Stifter der Kirchheimer Martinskirchenstiftung besuchten das Ulmer Münster und die Münsterbauhütte.

Foto: privat
Foto: privat

Kirchheim. Das Ulmer Münster von außen und innen zu besichtigen ist schon ein Erlebnis für sich. Die Teilnehmer der „Stiftertour“ konnten zusätzlich die Münsterbauhütte besuchen und durften einen Blick in die verborgenen Kammern werfen, über den Bogengewölben den Dachstuhl erforschen und durch kleine Fenster in den Chortürmen das Kirchenschiff von oben bestaunen. Bei schönstem Sonnenschein ging es im Gänsemarsch durch beide Chortürme über das Dach des Münsters. Die gute Zusammenarbeit der Kämmerer von der Kirchheimer Martinskirche und dem Ulmer Münster ermöglichte den Teilnehmern ein einmaliges Erlebnis.

Der Besuch der Münsterbauhütte machte deutlich, dass seit dem Jahr der Grundsteinlegung (1377), mit nur kurzen Unterbrechungen an der „Bürgerkirche mit dem höchsten Kirchturm der Welt“ auch nach der Fertigstellung im Jahr 1890 am Erhalt der Bausubstanz kontinuierlich gearbeitet werden muss. Seit Das Ulmer Münster ging 1894 in den Besitz der Evangelischen Gesamtkirchengemeinde Ulm über. In deren Auftrag sind Münsterbauamt und -hütte für den Erhalt von Architektur und Ausstattung des Ulmer Münsters verantwortlich. Dass es sich hierbei um eine Dauerbaustelle handelt wurde an wenigen Zahlen deutlich: es dauert ungefähr 100 Jahre, bis das Münster einmal rundum überarbeitet und Steine gesichert und konserviert sind. Dafür muss die Kirchengemeinde in Ulm Jahr für Jahr circa 2,4 Millionen Euro aufbringen. Auch bei eingeplanten Zuschüssen durch die Stadt Ulm, das Landesdenkmalamt, die Deutsche Stiftung Denkmalschutz und weitere Geldgeber ist dies für den Münsterbauverein und die evangelische Kirchengemeinde eine enorme finanzielle Herausforderung.

Beeindruckt und rundum zufrieden wurden auf der Rückfahrt die Eindrücke ausgetauscht. Vergleiche mit der aktuellen Sanierung der Martinskirche wurden angestellt und diskutiert. Eine Frage konnte allerdings nicht beantwortet werden: Warum ist das Ulmer Münster ein Münster? Es hat niemals zu einem Kloster gehört und war auch nie Bischofssitz. Es ist und war schon immer eine Bürger- kirche.pm

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