Kirchheim

Stiftung schüttet Schöllkopfs Geld aus

Finanzspritzen Vier gemeinnützige Organisationen aus Kirchheim erhalten Unterstützung für herausragende Projekte: der Verein Buefet, die Kirchengemeinde Nabern, der Club Bastion und die Volkshochschule. Von Andreas Volz

Strahlende Gesichter im Vogthausgarten, wo sich Repräsentanten von vier unterschiedlichen Organisationen Corona-konform mit Vert
Strahlende Gesichter im Vogthausgarten, wo sich Repräsentanten von vier unterschiedlichen Organisationen Corona-konform mit Vertretern der Bürgerstiftung zum Foto aufgestellt haben. Insgesamt schüttet die Bürgerstiftung dieses Jahr 10¿600 Euro aus. Foto: Markus Brändli

Angesichts der Zinslage ist es eine beachtliche Summe, die die Bürgerstiftung Kirchheim dieses Jahr an vier verschiedene Organisationen ausschüttet: 10 600 Euro. Trotzdem steht nicht zu befürchten, dass dadurch das Stiftungskapital stark abnimmt. Immerhin stammen 10 000 Dollar, die jetzt weitergegeben werden, aus den USA. Alljährlich trifft der entsprechende Scheck der Schoell­kopf Foundation in Kirchheim ein - in der Heimatstadt Jakob Friedrich Schöllkopfs. Auch mehr als 200 Jahre nach seiner Geburt in Kirchheim macht sich der erfolgreiche Auswanderer also um die Teckstadt verdient.

Von der Ausschüttung gehen 2 000 Euro an den Verein Buefet. Der Verein möchte ehrenamtliche Mitarbeiter zu „Bewegungsanleitern“ qualifizieren. Die Idee, die dahintersteckt, ist verblüffend einfach. Beim „Betreuten Wohnen zu Hause“ werden ältere Menschen ohnehin von Mitarbeitern des Vereins besucht. Nun soll etwas mehr Bewegung in deren Tagesablauf kommen, wie Heidrun Georg und Torsten Schnittker erläutern: „Bewegung und Sport sind die beste Medizin.“ Es gehe nicht darum, aus alten Menschen Hochleistungssportler zu machen. Aber in diesem Pilotprojekt sollen die Mitarbeiter sieben Übungen lernen, die den Bewegungsapparat ansprechen und die sich in wenigen Minuten anwenden lassen.

2 500 Euro erhält die evangelische Kirchengemeinde Nabern für ihre Kinder- und Jugend­theatergruppe. Pfarrer Paul Bosler hebt insbesondere die generationenübergreifende Auswirkung des Projekts hervor: „Die Stücke werden selbst entwickelt, kommen dann aber auch in Seniorenheimen zur Aufführung.“ Weil die zehn- bis 14-Jährigen möglichst viel in Eigenregie machen, ist das Projekt auch zukunftsweisend für die persönliche Entwicklung der Teilnehmer. Paul Bosler findet es schön, „dass wir so ein Angebot haben und dass es auch angenommen wird - in einem Ortsteil, in dem es viele andere Alternativen gibt, kultureller und sportlicher Art“.

Ein ganz eigenes Kulturangebot stellt der Kirchheimer Club Bastion seit über 50 Jahren auf die Beine. Bei dem Projekt, für das der Club 2 700 Euro von der Bürgerstiftung erhält, steht ein Kunstwerk im Mittelpunkt. Es heißt „Loop“ und wurde zum 50-jährigen Bestehen des Clubs vor der Bastion aufgestellt. Im Oktober 2019 wurde es eingeweiht, spätestens im Oktober 2020 soll es durch ein Beleuchtungskonzept ins rechte Licht gerückt werden, wie die Vorstandsmitglieder Anja Mayer, Martin Mauser und Bernhard Fischer erklären. Das Licht soll unter anderem auswärtigen Besuchern den Weg zur Bastion weisen - weil diese immer wieder Schwierigkeiten haben, den Veranstaltungsort auch wirklich zu finden. Vor allem aber hofft der versammelte Vorstand, dass der Club im Herbst wieder aktiver sein kann: „In Nicht-Corona-Zeiten haben wir 70 bis 80 Veranstaltungen im Jahr. Aber im März hat uns Corona einen Strich durch die Rechnung gemacht.“ Vielleicht muss der Club auch in die Nachbarschaft ausweichen, denn derzeit dürften Corona-konform nur 30 Besucher in die Bastion kommen. Nebenan im Alten Gemeindehaus wären bis zu 50 erlaubt.

Öffentlichkeit soll profitieren

Kein allzu großes Problem mit Corona dürfte das Projekt der Volkshochschule Kirchheim haben, das die Bürgerstiftung mit 3 400 Euro unterstützt: „Neuordnung der Notenbibliothek des Vhs-Orches­ters“. Vorstandsmitglied Klaus Buck sagt, was es damit auf sich hat: „Die Keimzelle unserer Volkshochschule war vor über 70 Jahren ein Kreis von musikbegeisterten Menschen.“ Außer der Vhs wurde deshalb auch gleich ein Orches­ter ins Leben gerufen. Nun hat sich im Lauf der Zeit viel Notenmaterial angesammelt, das dringend sys­tematisiert werden muss: „Diese Arbeit ist aufwendiger als zunächst gedacht. Wir brauchen dafür Mappen und Schränke. Unser Ziel ist es auch, die Noten einer interessierten Öffentlichkeit zur Verfügung zu stellen. Wir wollen die Noten gerne auch an andere Orchester verleihen.“

Letzteres war für Oberbürgermeister Pascal Bader, der die Bewilligungsurkunden für die Zuschüsse an die vier Organisationen überreichte, auch der wesentliche Grund, das Notenprojekt zu unterstützen: „Es war dem Stiftungsrat wichtig, dass auch die Öffentlichkeit von den Projekten profitiert.“

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