Kirchheim

Streuobst soll sich lohnen

Förderung In der Neckar-Alb-Region wachsen rund 1,5 Millionen Obstbäume. Aufpreisinitiativen wollen ihre Besitzer unterstützen.

Kirchheim. Mit Chancen für Aufpreisinitiativen im Streuobstanbau hat sich der Ausschuss für Ländlichen Raum und Verbraucherschutz in einer Sitzung auf Antrag des Kirchheimer CDU-Landtagsabgeordneten Karl Zimmermann und weiteren Mitgliedern der CDU-Fraktion befasst. Baden-Württemberg verfügt über das größte zusammenhängende Streuobstgebiet Europas mit einer Fläche von insgesamt rund 120 000 Hektar. Die Streuobstwiesen zwischen Alb und Neckar haben daran einen hohen Anteil und bilden mit rund 26 000 Hektar eine der größten zusammenhängenden Streuobstlandschaften Europas. „Die 1,5 Millionen Obstbäume in der Alb-Neckar-Region sind aus dem Landschaftsbild nicht wegzudenken“, sagte Karl Zimmermann.

Sogenannte Aufpreisinitiativen haben das gemeinsame Ziel, einen Anreiz zu bieten, Streuobstbestände weiterhin zu bewirtschaften und dabei ökologische Kriterien im Blick zu haben. Das Grundprinzip sei, dass die Erzeuger für das angelieferte und getrennt erfasste Streuobst einen höheren Preis ausgezahlt bekommen als für sonstiges Obst. Die Kunden zahlen dann beispielsweise zehn Cent pro Liter Streuobstsaft mehr.

Einer Studie des Nabu zur Aufpreisvermarktung von Streuobstprodukten zufolge gab es in Baden-Württemberg im Jahr 2016 51 aktive Aufpreisinitiativen, wie beispielsweise die prämierte Ini­tiative „Onser Saft“. Das Ministerium für Ländlichen Raum und Verbraucherschutz unterstützt Initiativen, die sich an definierte Anbau- und Qualitätsstandards halten. Im Jahr 2016 seien über dieses Förderinstrument landesweit 23 Initiativen - 1 215 Streuobsterzeuger - mit einer Fläche von 986 Hektar gefördert worden. Darüber hinaus unterstützt das Land die Bewirtschaftung und Pflege von Streuobstbeständen über diverse Maßnahmen, zum Beispiel das Förderprogramm FAKT. Gefördert wird die aufwendige Grünlandpflege unter und zwischen den Bäumen einer Streuobstwiese. Derzeit liegen rund 11 200 Anträge mit rund 1,47 Millionen Bäumen vor.

„Mir ist es wichtig, dass wir die Streuobstwiesen auch in Zukunft erhalten“, sagt Zimmermann. Er sei bereit, Initiativen im Kreis Unterstützung beim Antragstellen anzubieten. pm

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