Kirchheim

Supermarkt- Verschwörung

Feierabend, der Tag ist geschafft. Jetzt heißt es noch schnell etwas einkaufen gehen und dann nach Hause aufs Sofa. Mit ein paar Lebensmittel unter dem Arm geht‘s an die Kasse. Hier nimmt die Tragödie ihren Lauf: In welche Schlange stelle ich mich? In die rechte, in der zwar weniger Menschen anstehen, aber die Kassiererin anscheinend versucht, den ersten Platz in „Wer kassiert am langsamsten?“ zu gewinnen? Oder doch in die linke, die bis zu den Tiefkühltruhen reicht, die Dame hinter der Kasse aber ein Produkt nach dem anderen ruckzuck über das Band zieht? Egal wie ich mich entscheide, es ist immer dasselbe Spiel- ich stelle mich meistens an der langsamsten Schlange an.

Verschwörungstheorien entstehen in meinem Kopf. Vielleicht kassiert die Frau so langsam, weil sie mir meinen Feierabend nicht gönnt. Und die alte Dame vor mir hat absichtlich den Pin für ihre Kreditkarte vergessen, weil sie mich in der Warte-Hölle schmoren sehen will. Und der Mann mit dem fiesen Schnurrbart kratzt schadenfroh einen Betrag von 2,50 Euro in kleinen roten Fünf-Cent-Stückchen zusammen. Unsinn, ich weiß, aber man wird nun mal kreativ, wenn man nichts anderes zu tun hat, als zu warten.

Ich habe mal gelesen, dass es egal ist, in welche Schlange man sich stellt. Denn die, die man letztlich erwischt, wird einem immer als die langsamste vorkommen. Mumpitz sage ich. Denn während ich in meiner Schlange fast schon Wurzeln schlage, läuft die Frau, die sich zum selben Zeitpunkt anstellte wie ich, mit einem fetten Grinsen aus dem Supermarkt hinaus. Denn: Sie hatte die richtige Schlange erwischt.

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