Kirchheim

Tiefe Einblicke in Konflikt und Historie

Programm Das Städtische Museum zeigt in den kommenden Wochen Bilder des preisgekrönten ukrainischen Fotografen Maxim Dondyuk. Begleitend dazu finden Workshops, Vorträge und eine Podiumsdiskussion statt.

Eines von Maxim Dondyuks Werken: „Cellospielerin“. Foto: pr
Eines von Maxim Dondyuks Werken: „Cellospielerin“. Foto: pr

Heute eröffnet im Städtischen Museum im Kornhaus Kirchheim die Ausstellung „Maxim Dondyuk. Culture of Confrontation. Die Fotografien der Maidan-Revolution 2013/2014“. Die Schau, die preisgekrönte Bilder des ukrainischen Fotografen zeigt, wird in den kommenden Wochen ergänzt durch ein Begleitprogramm. Dessen Fokus liegt auf dem Konflikt vor fünf Jahren, aber auch auf der aktuellen Situation in der Ukraine.

Das Begleitprogramm startet am Donnerstag, 11. April, um 19 Uhr im Kornhaus. In einem virtuellen Stadtrundgang durch Kiew stellen Studierende der Universität Tübingen historische Orte, interkulturelle Begegnungen und politische Konflikte mit anschaulichem Bildmaterial vor.

Der Workshop „Peace Counts - Frieden zählt“ am Freitag, 12. April, befasst sich mit ziviler Konfliktbearbeitung weltweit. Gewaltfreiheit und Friedensvisionen stehen im Mittelpunkt. Moritz Stein von „BePart!“ und Experten der Servicestelle Friedensbildung Baden-Württemberg der Landeszentrale für politische Bildung übernehmen die Leitung. Der Workshop findet von 16 bis 19 Uhr im Mehrgenerationenhaus Linde statt und richtet sich an Jugendliche zwischen 14 und 20 Jahren.

In einem Vortrag am Donnerstag, 25. April, um 19 Uhr im Kornhaus erläutert Professor Dr. Klaus Gestwa von der Universität Tübingen die Geschichte der zerrütteten Beziehung von Russland und der Ukraine. Im aktuellen Konflikt wird Geschichte immer wieder als politische Waffe eingesetzt, um Politik zu legitimieren und die Gesellschaft zu mobilisieren. Der Vortrag geht daher näher auf die Geschichte der Krim, des Zweiten Weltkriegs und die ukrainisch-russischen Beziehungen seit 1991 ein.

Mit Theorie, Werkzeugen, Effekten und Interpretation der Fotografie befasst sich der Workshop „Reportage oder Dokumentation?“ am Freitag, 26. April, um 17 Uhr im Mehrgenerationenhaus Linde. Nach einem allgemeinen Einstieg in das Thema Fotografie gehen der Student und Fotograf Wayne Storz und Katharina Sophia Hardt vom Städtischen Museum im Kornhaus auf Aspekte wie Wahrnehmungspsychologie, Interpretation und Subjektivität von Fotografien ein. Der dreistündige Workshop richtet sich an Jugendliche zwischen 14 und 20 Jahren.

Thema einer Podiumsdiskussion im Kornhaus am Donnerstag, 23. Mai, um 19 Uhr sind Zivilgesellschaft, Politik und Kultur in Russland und der Ukraine. Bei der Veranstaltung, die in Kooperation mit der Heinrich-Böll-Stiftung stattfindet, erörtern zwei ausgewiesene Kenner die zentralen politischen Problemfelder, den gesellschaftlichen Wandel und die aktuellen kulturellen Debatten in Russland und der Ukraine. Jens Siegert, der für die Heinrich-Böll-Stiftung und das Goethe-Institut arbeitet, und Dr. Alexander Kratochvil von der Tschechischen Akademie der Wissenschaften an der Humboldt-Universität beleuchten dabei auch das „System Putin“ .pm

Die Ausstellung mit den Fotos von Maxim Dondyuk ist von 5. April bis 10. Juni im Kirchheimer Kornhaus zu sehen. Heute um 19 Uhr wird sie im Manfred-Henninger-Saal eröffnet. Anschließend werden die Bilder im Kornhaus besichtigt. An der Eröffnung nimmt auch Maxim Dondyuk teil.

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