Kirchheim

„Tochter Zion“ schlägt die Brücke zum Publikum

Klassik „Vocal16“ hat gemeinsam mit „OperaBrass“ der Münchner Staatsoper ein Adventskonzert gestaltet.

Die Sängerinnen und Sänger von „Vocal16“.Foto: Juliane Kästner
Die Sängerinnen und Sänger von „Vocal16“.Foto: Juliane Kästner

Kirchheim. Unter dem Motto „Christmas Way“ hat Adventsmusik aus unterschiedlichen Epochen im Mittelpunkt des Konzerts in der Kirchheimer Maria Königin gestanden. Geladen hatten das Blechbläserquintett „OperaBrass“ der Staatsoper München und das Vocalensemble „Vocal16“ aus Göppingen unter der Leitung von Regionalkantor Thomas Gindele. Durch das sehr abwechslungsreiche Programm führte der Trompeter Frank Bloedhorn mit einer gelungenen Moderation, bei der Wiegenlieder im weihnachtlichen Kontext den roten Faden bildeten. Zwischen den musikalischen Beiträgen las Chormitglied Markus Zimpel die Weihnachtsgeschichte aus dem Lukasevangelium - allerdings nicht in der bekannten Version der alten Luther-Übersetzung, sondern in modernerer Sprache.

Beide Ensembles musizierten teils gemeinsam, teils individuell in professioneller Qualität. Die Musiker von „OperaBrass“ gaben Bearbeitungen sowohl bekannter Weihnachtslieder als auch größerer Kompositionen zum Besten. Dabei stellten die Musiker in anspruchsvollen Solopassagen die Virtuosität auf ihrem Instrument unter Beweis. Das Ensemble beeindruckte mit weichen und sanften Klängen des Traditionals „Dormine Ninito“, ebenso wie mit einer großartigen Klangfülle beim „Concerto d-Moll BWV 596“ von Johann Sebastian Bach. Die Sängerinnen und Sänger von „Vocal16“ überzeugten durch die stimmliche Ausgewogenheit und die Transparenz bei den A-cappella-Stücken. Die Atmosphäre und die Akustik des Kirchenraums von „Maria Königin“ erinnerten dabei an einen Konzertsaal. Nach einem anspruchsvollen, aber etwas ruhigeren ersten Teil, lud der Bläsersatz zu „Tochter Zion“ zum Mitsingen ein - das schlug dann auch die Brücke zum bis dahin eher zurückhaltenden Publikum.

Beim Traditional „A Tribute To The Christmas Tree“, das die bekannte Melodie von “O Tannenbaum” in jazzigen Klängen wiedergab, lächelten die sonst sehr konzentrierten Sänger. Diese Freude übertrug sich prompt ins Publikum, und es ging ein fröhliches Raunen durch die Reihen. Nach einem weiteren jazzig-fröhlichen „Kling Glöckchen“, bei dem die mit Dämpfer gespielten Trompeten noch eine neue Klangfarbe einbrachten, wurde die teilweise ernste Stimmung durch einen Applaus gebrochen. Auch wenn der wahrscheinlich eher dem Missverständnis geschuldet war, das Konzert sei zu Ende: Denn die beiden noch folgenden Programmpunkte standen aus Platzgründen auf der Folgeseite des ausgedruckten Programms.

Ein Blechbläser-Medley bildete den Abschluss. Das Publikum bedankte sich mit begeistertem Applaus und stehenden Ovationen. In der Zugabe nahm „OperaBrass“ den roten Faden der Wiegenlieder noch einmal auf und verabschiedete das Publikum mit dem Abendlied von Hanns Dieter Hüsch: „Schmetterling fliegt nach Haus. Die Lampen leuchten - der Tag ist aus.“ Juliane Kästner

Konzentriert: Die Musiker der beiden Gruppen.Foto: Juliane Kästner
Konzentriert: Die Musiker der beiden Gruppen.Foto: Juliane Kästner
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