Kirchheim

Über 15 000 Fasnetfans kommen zum Jubiläumsumzug

Premiere Beim ersten Fasnetsumzug der Kloster-Deifel in Kirchheim sorgen knapp 70 Gruppen mit über 2 000 Hästrägern vor begeisterten Zuschauern rund zwei Stunden lang für gute Stimmung. Von Thomas Krytzner

Foto: Thomas Krytzner

Um Punkt 14.14 Uhr startete der Jubiläumsumzug der Kloster-Deifel am Samstagnachmittag. Schon eine Stunde vorher füllten sich die Plätze entlang der Umzugsstrecke. Wie Holger Böhm, Zunftmeister der Kloster-Deifel, berichtete, standen die Zuschauer zum Teil in Sechserreihen am Straßenrand. Auch in der Innenstadt, rund ums Rathaus und den Marktplatz, blieb kaum noch ein Platz frei.

Mit einem breiten Banner wiesen die Jüngsten der Kloster-Deifel auf das Jubiläum hin: Die Kirchheimer Zunft feiert dieses Jahr das 22-jährige Bestehen. Kein Wunder, dass der Narrensamen entsprechend bejubelt wurde. Ihnen schloss sich ein Tross von 70 Gruppen und über 2 000 Hästrägern aus nah und fern an. Einige Zünfte hatten eine kurze Anreise, andere wiederum waren aus dem Karlsruher Raum nach Kirchheim gekommen.

Zwielichtige Gestalten, Hexen, Teufel, Wölfe und andere schaurig schöne Larven präsentierten sich während des Umzugs und trieben allerlei Schabernack mit dem Pu- blikum. Da ging‘s schon mal für jüngere Mädchen in den Drehteller, oder sie landeten auf der Schulter einer Hexe. Die Guggenmusiker sorgten mit fetzigen Rhythmen für heiße Stimmung. Schon bald wippten die Zuschauer fröhlich mit.

Unter den vielen Larven war auch eine Guggenmusik mit Basler Waggis-Köpfen zu entdecken. Das Publikum sah sich in den Umzug involviert. Immer wieder gab es Aufforderungen zum Mittanzen und Mitklatschen. Begeistert waren die Narren auch von den Showeinlagen. Die Hexenpyramiden gefielen genauso gut wie das Knallen mit den Karbatschen. Für die jüngsten Zuschauer, von denen die meisten kostümiert zum Umzug kamen, gab es Süßigkeiten.

Ganz am Schluss des Umzugs zeigte sich dann auch der Jubilar. Die Kloster-Deifel ließen sich von den Tausenden Zuschauern feiern. Für die Durchführung des Jubiläumsumzugs gab es von überall her Lob, auch von der (noch) regierenden Oberbürgermeisterin Angelika Matt-Heidecker. Ein Vertreter der Narrenzunft aus Filderstadt brachte es auf den Punkt: „Das war der beste Umzug von allen.“ Holger Böhm freute sich: „So viel positive Rückmeldungen beflügeln und motivieren.“

1Weitere Bilder vom Umzug  finden sich in einer Bildergalerie im Internet unter www.teckbote.de.

Drei Fragen an Angelika Matt-Heidecker

Foto: Thomas Krytzner

1. Was sagen Sie zum ersten Fasnetsumzug in Kirchheim?

Ich begrüße sehr, dass in unserer Stadt erstmals ein Fasnetsumzug durchgeführt wird. Das 22-jährige Jubiläum der Kloster-Deifel ist ein schöner Anlass für den Umzug. Die Kloster-Deifel sind beim Rathaussturm im letzten Jahr mit der Idee an mich herangetreten. Ich hab ihnen sofort unsere Unterstützung bei der Umsetzung angeboten. Wir freuen uns natürlich nicht nur auf den Fasnetsumzug, sondern auch auf den Rathaussturm am 8. Februar.

2. Wie unterstützt die Stadt das närrische Treiben?

Die Stadt unterstützt das närrische Treiben beim Umzug vor allem durch logistische Leistungen. Der Baubetriebshof übernimmt den Auf- und Abbau von Absperrungen und Schildern sowie die Müllentsorgung. Außerdem wird im Rathaus während des Umzugs eine Sanitätsstation der Malteser eingerichtet.

3. War Ihre Kostümierung eine klare Angelegenheit?

Ich habe geschwankt zwischen unscheinbarem Gänseblümchen und einer auffälligen Kostümierung - zum Beispiel als Gina Lollobrigida.kry

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