Kirchheim

Umtauschboom lässt in der Teckstadt spürbar nach

Geschenke Am ersten Arbeitstag nach Weihnachten lösen die Kirchheimer vor allem Gutscheine ein. Es wird deutlich weniger umgetauscht. Von Thomas Krytzner

Gutscheine können wahre Lebensretter sein, wenn man zu spät mit dem Geschenkekaufen für Weihnachten dran ist. Foto: Jean-Luc Jac
Gutscheine können wahre Lebensretter sein, wenn man zu spät mit dem Geschenkekaufen für Weihnachten dran ist. Foto: Jean-Luc Jacques

Scheinbar lagen in diesem Jahr vermehrt die richtigen Geschenke unter dem Weihnachtsbaum. In Kirchheim sind nach den Feiertagen weitaus weniger Menschen unterwegs, die Geschenke in den Läden umtauschen wollen. Dennoch ist die Innenstadt gut belebt, überall gehen die Bürger auf Einkaufstour.

Im Elektronikmarkt im Nanz-Center herrscht Dauerandrang. Viele sind der Werbung gefolgt, andere wiederum sind mit Geschenkgutscheinen, die sie zum Weihnachtsfest bekommen haben, unterwegs. So der elfjährige Florian aus Kirchheim: „Ich brauche unbedingt eine neue Tastatur für den Computer. Dank dem Gutschein kann ich mir diese jetzt holen.“ Eine Familie aus Dettingen schaut sich bei den Kaffeemaschinen um. „Wir gehen nach Weihnachten in die Elektronikmärkte, meistens sind da viele Sachen runtergesetzt.“ Die Schlangen an den Kassen werden über den Morgen immer länger und die Geduld der Kunden ist gefragt.

Nicht so in der Buchhandlung Zimmermann. „Bisher war es überschaubar“, sagt Filialchefin Sybille Mockler. Sie berichtet, dass 2016 mehr Bücher als Geschenk verkauft wurden. „Kurz vor Heiligabend verkaufen wir die meisten Gutscheine“, ergänzt Tina Meixner. Vor allem Romane und Kochbücher standen in diesem Jahr auf den Wunschlisten der Kirchheimer. „Im Trend liegen erzählende Geschichten.“ Wenn Kunden zum Umtausch kommen, dann meist, weil Bücher doppelt verschenkt wurden.

Ebenso flach ist die Umtauschwelle bei den Spielzeugen. Bernd Hannes vom Spielwarenladen Heiges erinnert sich: „Früher war gegen zehn Uhr richtiger Andrang. Da wurde umgetauscht und Gutscheine eingelöst.“ Er stellt fest, dass sich das Einkaufsverhalten vor Weihnachten doch stark geändert hat. „Vor allem Rennautobahnen werden jetzt online gekauft.“

Aber dennoch gibt es den expliziten Weihnachtseinkauf noch. „Da kommen die Eltern ohne Kinder, um sie an Weihnachten zu überraschen.“ Der Hang zu klassischen Gesellschaftsspielen war in diesem Jahr deutlich zu spüren, erklärt Hannes. „Die Familie will sich zusammensetzen, und mir haben einige Väter und Mütter gesagt, dass sie die Kinder weg von PC und Konsolen holen wollen.“

Lego und Playmobil bleiben die Renner. Aber auch Konstruktionsbaukästen erleben eine Renaissance. Einen Spielzeugrenner, wie in den vergangenen Jahren, gab es nicht. „Die Wünsche der Kinder folgen nicht mehr unbedingt den Marketingstrategien.“ Gutscheine verkauft Bernd Hannes in der Vorweihnachtszeit eher weniger. „Die kommen dann zum Zuge, wenn die Verwandtschaft zu spät von Wünschen der Kinder erfährt.“

Zu Geburtstagen werden aber oft Gutscheine verschenkt. Der Spielzeugexperte bemerkte eine weitere Tendenz in diesem Jahr: „Die Bürger kaufen die Geschenke immer später, meist kurz vor knapp, ein.“ Er lacht und vermutet, je früher die Läden mit Weihnachtssachen beginnen, je später kaufen die Menschen ein.

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