Kirchheim

Vater tötet seine beiden Kinder und stürzt sich von Viadukt

Familiendrama In einem Haus in Unterensingen wurden ein Junge und ein Mädchen tot im Badezimmer gefunden. Auf Facebook macht der Vater Andeutungen. Von Barbara Gosson

Zwei Kinder wurden am Freitag tot in einem Haus in Unterensingen gefunden. Foto: 7aktuell/Florian Beck
Zwei Kinder wurden am Freitag tot in einem Haus in Unterensingen gefunden. Foto: 7aktuell/Florian Beck

Ein Altbau in der Ortsmitte, eine Familie, scheinbar wie aus dem Bilderbuch - und plötzlich ist alles aus. Ein vierjähriger Junge und ein achtjähriges Mädchen sind tot, ihr 45-jähriger Vater nimmt sich selbst das Leben. Nach den derzeitigen Erkenntnissen geht die Staatsanwaltschaft davon aus, dass der Vater die Kinder getötet hat. Morgens gegen 7 Uhr wurden die beiden Kinder, ein vierjähriger Junge und ein achtjähriges Mädchen, in dem Haus in der Schulstraße gefunden. Der Notarzt konnte nur noch ihren Tod feststellen. Die genaue Todesursache ist noch nicht bekannt.

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Kurz zuvor meldete eine Anruferin der Polizei einen Mann auf dem Aichtalviadukt. Obwohl die Rettungskräfte gleich ausrückten, konnten sie nicht verhindern, dass sich der Mann von der Brücke stürzte.

Nach den derzeitigen Erkenntnissen gehen Polizei und Staatsanwaltschaft davon aus, dass der Mann erst seine Kinder, dann sich selbst getötet hat. Die Tat soll einen familiären Hintergrund haben. Die Frau soll wegen eines Streits über Nacht nicht zu Hause gewesen sein, eine Bestätigung dafür gibt es von der Polizei nicht.

Unter den Nachbarn herrscht Fassungslosigkeit. Die Familie lebt schon lange am Ort, soll harmonisch gewirkt haben. Der 45-Jährige betrieb eine Werbeagentur, hatte Betriebswirtschaft studiert. Freundliche und intelligente Menschen, von denen man erwartet hätte, dass sie ihre Beziehungsschwierigkeiten wie Erwachsene lösen, sagt eine Frau, die die Familie entfernt kannte.

Posts des Vaters auf Facebook legen nahe, dass sich die Beziehung in einer Krise befand. Am frühen Freitagmorgen stellte der Mann mehrere dementsprechende Posts auf Facebook, in denen er Andeutungen zur Tat machte. Aus Rücksicht auf die Angehörigen verzichtet unsere Zeitung auf Details.

Stunden später ist der Tatort weiträumig abgesperrt. Die Notärzte sind fort, die toten Kinder auch. Die Spurensicherung tut ihre Arbeit im Haus. Wortkarge Polizisten verweisen auf kommende Presseerklärungen, während andere am Tatort Spuren sichern und die Nachbarn befragen. Kurz gegen 11 Uhr kommt ein Notfallseelsorger vorbei, sonst ist nichts zu erfahren, weder im benachbarten Rathaus beim Hauptamtsleiter noch im Pfarrhaus in der Nähe, wo niemand zu erreichen ist. Die Staatsanwaltschaft lässt sich bis zum Nachmittag Zeit, bis sie ihre Erklärung veröffentlicht, die viele Fragen offen lässt. Die Familie wird derzeit psychologisch betreut.

Von Jan Holzner, dem Pressesprecher der Stuttgarter Staatsanwaltschaft, ist zu hören, dass noch die genaue Todesursache ermittelt wird. Sollte sich dabei herausstellen, dass der Vater der alleinige Täter ist, werden die Akten geschlossen, da der Mann nicht mehr am Leben ist.

Zu den Hintergründen der Tat sagt er: „Sicher sind sie im familiären Bereich zu suchen, jedoch strafrechtlich nicht relevant.“