Kirchheim

Verdichten geht immer noch ein wenig dichter

Bebauungsplan Am Wangerhaldenbach in Kirchheim wird nachträglich nachverdichtet.

Zwischen dem Wangerhaldenbach und der Straße nach Schlierbach sollen 43 neue Wohneinheiten entstehen.Foto: Andreas Volz
Zwischen dem Wangerhaldenbach und der Straße nach Schlierbach sollen 43 neue Wohneinheiten entstehen.Foto: Andreas Volz

Kirchheim. Ein Investor möchte etwas bauen. Die Anwohner erschrecken über das Bauvolumen, das in ihrer Nachbarschaft geplant ist. Zudem fühlen sich die Anwohner irritiert, weil sich die Pläne seit der ersten Vorstellung stark verändert haben. Auch die Mitglieder des Ausschusses für Technik und Umwelt bringen für die auffällige Umplanung nicht gerade das allergrößte Verständnis auf.

Gab es alles schon? Richtig: Beim geplanten Mitarbeiterparkplatz am Krankenhaus (wir berichteten). Das ist aber noch nicht alles, denn es geht gerade so weiter - beim Vorhabenbezogenen Bebauungsplan „Wangerhaldenbach“. Der Platz ist einen Hektar groß und liegt zwischen dem besagten Bach und der Straße nach Schlierbach. Auf einem Teil des Geländes steht bislang noch eine Billardhalle. Künftig sollen dort Wohnhäuser entstehen - entlang der Straße drei Mehrfamilienhäuser mit bis zu drei Vollgeschossen und einem zusätzlichen Staffelgeschoss, zum Bach hin acht Einfamilienhäuser. Insgesamt handelt es sich um 43 geplante Wohneinheiten, für die 58 Tiefgaragenstellplätze zur Verfügung stehen.

Das ist zwar durchaus verdichtet, aber Oliver Kümmerle vom Stadtplanungsamt bringt im Ausschuss relativierende Zahlen ins Spiel: „Bei einem Hektar Fläche gelten 60 bis 80 Wohneinheiten noch als verträglich.“ Dennoch bekommt im Fall Wangerhaldenbach der Begriff „Nachverdichtung“ eine ganz eigene Bedeutung. Denn gegenüber den ersten Planungen, in denen noch von 24 Wohneinheiten die Rede war, hat sich das Vorhaben nachträglich doch stark weiterverdichtet.

Im Ausschuss kommt die Frage auf, ob die enorme Zunahme an Wohneinheiten mit dem zwischenzeitlichen Weiterverkauf des Grundstücks zu tun haben könnte. Oliver Kümmerle nimmt auch dazu klar Stellung: „Ein Bebauungsplan entsteht unabhängig von Grundstücksgeschäften.“ Dass Pläne sich im Lauf der Zeit verschieben und verändern, sei ganz normal. Ungewohnt sei dagegen, dass die Beteiligung der Öffentlichkeit jetzt viel früher einsetze. Deshalb erhalte die Öffentlichkeit mehr Einblick in die Dynamik von Planungen im Frühstadium.

Trotz langer Diskussionen um die Umstände der Planung, um die geringe Zahl der Stellplätze, um die vier Meter hohe Lärmschutzwand zur Straße hin sowie um die Frage nach einer Sozialwohnungsverpflichtung hat der Ausschuss den Auslegungsbeschluss letztlich mit großer Mehrheit gefasst. Ein wichtiger Grund für die Zustimmung war wohl die Notwendigkeit, mehr Wohnraum in Kirchheim zu schaffen - oder auch schaffen zu lassen.Andreas Volz

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