Kirchheim

Virtuose Klänge aus dem Barock

Konzert Bernhard Moosbauer hat fürs „Concerto Imperiale“ ein beeindruckendes Programm zusammengestellt.

Bernhard Moosbauer begeistert an Viola und Violine - und mit böhmischem Dialekt. Foto: Markus Brändli
Bernhard Moosbauer. Archiv-Foto: Carsten Riedl

Kirchheim. Zwar kein barockes aber dennoch ein stilvolles, passendes Ambiente bildete das Kirchheimer Schloss für den Abend mit barocken Klangjuwelen. Dem Programm des in Kirchheim lebenden Violinisten und Musikwissenschaftlers Dr. Bernhard Moosbauer lag als leitende Idee die Zahl zwei zugrunde: Dopplungen bei den Instrumenten mit zwei Violinen, zwei Violen, zwei Gamben, zwei Streichbässen, zwei Werken eines Komponisten, zwei Vertretern eines Landes und nicht zuletzt die Vater-Sohn-Kombination der Familie Bach.

Dafür, dass es im Konzertverlauf zu keinen Doppelungen im Sinne von unerwünschten Längen kam, sorgte das virtuose und musikalische Spiel der Barockspezialisten.

Eröffnet wurde die gut besuchte Veranstaltung mit zwei Tanzsätzen des britischen Gambisten und Lautenisten John Jenkins. In feiner Zeichnung mit klarer Artikulation und sauberer Intonation erklangen die Stücke im imitatorischen Wechsel zwischen den beiden Violinen, gespielt von Sabine Brodbeck und Bernhard Moosbauer.

Weitere Unterstützung erhielt der Spiritus Rector der Veranstaltung von den hervorragenden Ensemblepartnern Rainer Ullreich an der Barockviola, Maria und Michael Brüssing an den Gamben, Heike Hümmer an der Violone, Anne Sabin am Violoncello, sowie Andreas Scheufler am Cembalo.

Starke Solisten im Ensemble

Alle Musiker waren sehr gut aufeinander abgestimmt und ließen einen homogenen, ausgewogenen Gesamtklang hören. Die teilweise beträchtlichen spieltechnischen und interpretatorischen Herausforderungen wurden glänzend bewältigt, dazu alles von der Generalbassgruppe sonor grundiert und souverän begleitet.

Nach einem anspruchsvollen Duo für zwei Bratschen des ältesten Bach-Sohns Wilhelm Friedemann endete der Abend im „Tetrapack“, bestehend aus zwei Violen und zwei Gamben mit Generalbass. Beim Sechsten Brandenburgischen Konzert von Vater Johann Sebastian überraschte die Besetzung: Das Fehlen von Violinen und Bläsern verlieh dem Konzert eine dunkle Klanggestalt.

Die solistische Besetzung garantierte maximale Durchhörbarkeit statt häufig zu hörendem „Gebrummel“. Besonders das Musizieren in einem gleich empfundenem musikalischen Duktus gelang hervorragend. Im zweiten Satz beeindruckte der ausdrucksvolle, innige Ton der beiden Bratschen, der eine nahezu meditative Stimmung erzeugte. Mit großer Spielfreude gestaltet, beendete der dritte Satz den beeindruckenden Konzertabend, der mit langem Applaus bedacht wurde. Winfried Müller

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