Kirchheim

Vom Barock bis zur Wiener Klassik

Konzert Der Württembergische Kammerchor und „ecco la musica“ beeindrucken in Maria Königin.

Kirchheim. Wie aus dem Nichts erklangen die ersten Takte des Requiems in c-Moll des italienischen Komponisten Marc‘Antonio Ziani und schlugen das Publikum in der katholischen Kirche Maria Königin sofort in ihren Bann.

Unter dem Titel „Salzburger Dom und Habsburger Hof“ versprach das Programm des Württembergischen Kammerchores und des Instrumentalensembles „ecco la musica“ aus Stuttgart ein anspruchsvolles Repertoire geistlicher Musik des österreichischen Barock bis hin zur geistlichen Musik der Wiener Klassik.

So folgten die dargebotenen Stücke der zeitlichen Chronologie ihrer Entstehung und machten die italienischen und französischen Einflüsse, die die jeweiligen Komponisten an den Wiener Hof mitbrachten, in wunderbarer Weise hörbar. Sowohl Marc‘Antonio Ziani, Johann Joseph Fux, Antonio Caldara als auch František Ignác Tuma waren Kapellmeister in Wien. Johann Ernst Eberlin, ein Lehrer Mozarts, von dem ein seinem Schüler zugeschriebenes Kyrie erklang, war Hofkapellmeistern und Organist in Salzburg.

Zwischen den großartigen Werken der Vokalmusik streute der Organist Peter Schleicher drei Werke des Salzburger Domorganisten Georg Muffat ein. Sie stammen aus dessen zwölf Stücke umfassenden „Apparatus musico-organisticus“, einer der größten zusammenhängenden Sammlungen der Orgelliteratur. Tänzerische Fröhlichkeit, die vielfältigsten Klangfarben der Orgel und das virtuoses Können des Organisten prägten diese sehr gelungenen Instrumentalstücke.

Mit historischen Instrumenten

Auch die Instrumentalisten des Ensembles „ecco la musica“ um Heike Hümmer und Matthias Sprinz überzeugten durch die großartige Beherrschung ihrer historischen Instrumente. Sie untermalten den Chorklang und den Gesang der Solisten gekonnt und entfalteten in eigenen solistischen Passagen ihre Spielkunst. So beeindruckten im Stabat Mater von Antonio Caldara besonders die Trombonen, während in dem Loblied auf den Heiligen Geist - O quam suavis est - von dem tschechischen Komponisten František Ignác Tuma die Lieblichkeit besonders durch die Instrumente großartig illustriert wurde.

Die 30 Sänger des Württembergischen Kammerchores, aus deren Reihen auch die sechs großartigen Solisten stammten, boten den Zuhörern im Rahmen dieses außergewöhnlichen Konzertes ein besonderes Klangerlebnis. Sie verstanden es in hervorragender Weise, Transparenz und Klangfülle zu vereinen und die unterschiedlichen Stimmungen zu vermitteln. Sie beherrschen ihr Repertoire souverän, und es war eine Freude, die Zusammenarbeit mit ihrem Leiter Wilfried Kurz zu verfolgen.

Das doppelchörige Abschlussstück „Venite populi“ von Wolfgang Amadeus Mozart schließlich ließ die Zuhörer durch die beeindruckende Klangfülle fast vergessen, dass es sich um einen Kammerchor handelte, und entließ das Publikum mit dem nachdrücklichen Aufruf „Kommt, Völker, kommt“ - fast eine Art Aufbruchsstimmung.Juliane Kästner

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