Kirchheim

Von Normalität weit entfernt

Schule Die GEW erwartet von der Landesregierung ein schlüssiges Konzept gegen den Mangel an Lehrern.

Region. Über 100 neue Lehrer begrüßt der Kreisverband Esslingen-Nürtingen der Gewerkschaft Erziehung und Wissenschaft GEW bei der Vereidigung an der Realschule in Neuffen.

Doch die Lehrer müssen sich auf ein besonderes Jahr einstellen - das weiß auch der GEW Kreisvorsitzende David Warneck: „Natürlich wollen Schüler sowie Lehrkräfte wieder in die Klassenzimmer zurück. Doch für den Unterricht unter Pandemiebedingungen brauchen wir mehr pädagogische Profis als vorher, und gleichzeitig fehlen durch den Lehrkräftemangel und die Corona-Risikogruppen so viele Lehrer wie noch nie in den vergangenen Jahren.“

Die GEW erwartet von der Landesregierung und mit Blick auf den Landtagswahlkampf von allen Parteien klare Konzepte, wie der Bedarf an Lehrern bis 2030 gesichert werden kann. „Sowohl mit Blick auf die weiter steigenden Geburtenzahlen als auch den zusätzlichen Bedarf für pädagogische Weiterentwicklungen, wie den Ausbau der Ganztagsschulen, brauchen wir mehr Lehrerstellen und weitere zusätzliche Studienplätze“, ist Warneck überzeugt.

Er finde es dramatisch, dass es an Grundschulen für fast 30 Prozent der Stellen nicht einmal eine Bewerberin und Bewerber gäbe. „Wo bleibt der Vorstoß der Kultusministerin für bessere Arbeitsbedingungen und eine bessere Bezahlung? Warum wird die ständige Vertretungsreserve an Gymnasien nicht schnell mit den dort vorhandenen Bewerberinnen und Bewerbern aufgestockt? Und wo wird das Geld eingesetzt, das durch die nicht besetzten Lehrerstellen frei wird? Wir erleben eine Kultusministerin, die mit mehr Fragen als Antworten ins neue Schuljahr startet“, so der Gewerkschafter.

Schulen sind auf dem alten Stand

David Warneck berichtet auch von zahlreichen Schulleitungen, die bemängeln, dass „ein Plan B“ fehle, wenn zum Beispiel einzelne Schulen geschlossen werden müssen. So zeigte eine weitere Umfrage der GEW im Juli und August dieses Jahres mit einer Beteiligung von gut 4000 Lehrern auch den hohen Nachholbedarf bei der Digitalisierung. Nur knapp ein Drittel der Befragten aus allen Schularten bezeichnet die Voraussetzungen als gut. 67 Prozent bezeichnen die technischen Voraussetzungen an den Schulen als mittelmäßig bis sehr schlecht. „Wie sollen die Schulen so Fernlernangebote für die Kinder und Jugendlichen bereitstellen?“ pm

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