Kirchheim

Von wegen „nicht ganz dicht“

Bodenverdichtung Mehr Asphalt und Beton bedeuten negative Auswirkungen für den Wasserhaushalt.

Auch wenn‘s die Stockenten freut: Je mehr Boden versiegelt ist, desto eher kommt es zu Überschwemmungen.Archiv-Foto: Jörg Bächle
Auch wenn‘s die Stockenten freut: Je mehr Boden versiegelt ist, desto eher kommt es zu Überschwemmungen.Archiv-Foto: Jörg Bächle

Kirchheim. Etwa 46 Prozent der Siedlungs- und Verkehrsflächen sind nach Angaben des Bundesumweltamtes deutschlandweit versiegelt, das heißt, bebaut, betoniert, asphaltiert, gepflastert oder anderweitig befestigt. Damit gehen wichtige Bodenfunktionen, vor allem die Wasserdurchlässigkeit und die Bodenfruchtbarkeit, verloren.

Mit der Ausweitung der Siedlungs- und Verkehrsflächen nimmt auch die Bodenversiegelung zu, die unmittelbare Auswirkungen auf den Wasserhaushalt hat. Laut Siegfried Nägele, Vorsitzendem des Kreisbauernverbandes Esslingen, kann damit Regenwasser weniger gut versickern und das Grundwasser auffüllen, während gleichzeitig die Wahrscheinlichkeit lokaler Überschwemmungen steigt.

Darüber hinaus geht im Zuge einer Versiegelung die Bodenfruchtbarkeit verloren, da der dauerhafte Abschluss von Luft und Wasser die Organismen zerstört, die für die Bodenneubildung zuständig sind.

Nur unter extrem hohen finanziellen Aufwendungen lässt sich laut Siegfried Nägele durch einen mit Bodenrecycling verbundenen Rückbau die Fruchtbarkeit wiederherstellen. Hinzu kommt, dass versiegelte Flächen das Kleinklima negativ verändern, weil sie sich stärker erhitzen und so die Gewitterhäufigkeit erhöhen. Nägele betont, dass sich gleichzeitig die Feinstaubbelastung erhöht, weil auf den betroffenen Flächen mehr Verkehr rollt und die Partikel, anders als beim Offenland, nicht gebunden werden. Deshalb kritisiert er Baumaßnahmen wie beispielsweise die in Kirchheim zwischen Ötlingen und Lindorf anvisierte Etablierung eines Siedlungsgebietes.Daniela Haußmann

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