Kirchheim

Wärmende Wolle – witzige Waren

Kirchheimer Wollmarkt zeigt eine bunte Palette an Schafprodukten und ist ein Fest der Sinne

Auf dem Kirchheimer Schlossplatz drehte sich am Wochenende alles um das Thema Wolle.Fotos: Thomas Krytzner
Auf dem Kirchheimer Schlossplatz drehte sich am Wochenende alles um das Thema Wolle.Fotos: Thomas Krytzner

Kirchheim. Bis 1914 zählte der Kirchheimer Wollmarkt zu den größten in Süddeutschland. Der Beginn des Ersten Weltkriegs versetzte dem

THOMAS KRYTZNER

Marktreiben einen Stich und ließ ihn bis ins Jahr 2010 den Dornröschenschlaf schlummern. Zum 1 050-jährigen Stadtjubiläum erlebte die Wollmarkttradition eine Renaissance rund um das Schloss und den Marstallgarten.

Oberbürgermeisterin Angelika Matt-Heidecker erwähnte bei der Eröffnung am Samstag die historische Bedeutung und verriet, dass bereits vor 100 Jahren koschere Lebensmittel angeboten wurden. „Schon damals kam internationales Publikum zum Markt.“ Die Rathauschefin bezeichnete Kirchheim als Marktstadt und rief die Wolleliebhaber auf, das sonnige Herbstwochenende zu genießen und sich inmitten der vielen Stände wohlzufühlen. Die unzähligen Besucher folgten dem Aufruf der Oberbürgermeisterin und schlenderten gut gelaunt an den vielfältigen Ständen entlang. Am Schlossplatz gab es viel zu bestaunen und zu kaufen. Artikel aus reiner Schafwolle, die im kommenden Winter wärmen sollen, und viele Dekoartikel aus Filz begeisterten in bunten Farben.

Blickfang und Anziehungspunkt waren die beiden Alpakas von der Alpakafarm Schober in Nürtingen. Geduldig ließen sie sich hundertfach ablichten und kommentierten die Handlungen der Fotografen in gewohntem Alpaka-Sound. Für die Kinder war der Wollmarkt ein Paradies: Ein von Hand angetriebenes Kettenkarussell gefiel ebenso wie das begehbare Nomadenzelt, die Jurte. Überall lagen Felle, die gestreichelt werden wollten.

Der Wollmarkt war ein Fest für die Sinne: Anschauen und Anfassen sind erwünscht, nebenbei riecht man immer wieder verschiedene Düfte. Da roch es an einem Ort verführerisch nach gebrannten Mandeln, im andern Eck kitzelte der Duft von Lamm-Burgern in der Nase. Selbst für die Ohren war der Besuch beim Schlossplatz ein Schmaus: Die Stadtkapelle Kirchheim spielte nicht nur zur Eröffnung, sondern sorgte während des weiteren Markttreibens mit ihren schmissigen Klängen für gute Laune.

Eine Zeitreise konnten die Besucher in der Wollausstellung unternehmen: Birgit Keßler-Prusko aus Edling reiste samt Spinnrad nach Kirchheim und zeigte, wie Wolle nach alter Manier gesponnen wurde. Bei einem Stand im Schlosshof durften Kinder selber anpacken und Seile drehen. Nur unweit davon priesen Daniela und Olav Stein aus Reichenbach ihre „handmade“ Filzartikel an. Daniela Stein zeigte sich vom Wollmarkt begeistert: „Ich bin jetzt das zweite Mal dabei. In Kirchheim gefällt‘s mir gut.“

Die kleine Rosaria (1,5 Jahre alt) kann gar nicht aufhören, das weiche Fell zu streicheln. Foto: Thomas Krytzner
Die kleine Rosaria (1,5 Jahre alt) kann gar nicht aufhören, das weiche Fell zu streicheln. Foto: Thomas Krytzner
Diese Schneckenfamilie aus Wolle richtet im Garten keinen Schaden an. Foto: Thomas Krytzner
Diese Schneckenfamilie aus Wolle richtet im Garten keinen Schaden an. Foto: Thomas Krytzner
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