Kirchheim

Wann kommt die S-Bahn zur Messe?

Verkehrsplan Kirchheim fordert in einer Stellungnahme an die Region, mögliche Trassen in der Planung zu belassen.

Kirchheim. Die Stadt Kirchheim beteiligt sich daran, ganz dicke Bretter zu bohren, wenn es darum geht, den S-Bahn-Ringschluss zwischen Kirchheim und den Fildern zu verwirklichen: In ihrer Stellungnahme zum Regionalverkehrsplan verweist sie darauf, dass mögliche Trassen frei zu halten sind. „Das Projekt wird sich nicht so schnell umsetzen lassen“, gab sich Oberbürgermeisterin Angelika Matt-Heidecker im Gemeinderat realistisch. Gerade deshalb sei es wichtig, die Trassen zu erhalten.

Stefan Tritschler vom Verkehrswissenschaftlichen Institut Stuttgart stellte fünf verschiedene Varianten vor, wie die S-Bahn direkt von Kirchheim in Richtung Flughafen und Messe führen könnte. Den Auftrag zur Untersuchung hatten der Kreis Esslingen, die Stadt Kirchheim und sechs weitere Kommunen gegeben. Die Varianten unterscheiden sich vor allem in der Anbindung verschiedener Gemeinden auf der Strecke zwischen Wendlingen und Neuhausen. Wichtigstes Fazit Stefan Tritschlers: „Alle Varianten sind grundsätzlich realisierbar.“ Eine eindeutig zu favorisierende Variante gebe es nicht. Ein großes Problem sei in jedem Fall der Höhenunterschied zwischen Kirchheim und den Fildern.

Das hat Auswirkungen auf die Strecken: Zwischen 9,6 und 12,6 Kilometern Länge weisen die einzelnen Varianten auf. Davon würden vier bis fünf Kilometer in Tunnels verlaufen und rund zwei Kilometer über Brücken führen. Das sorgt für Kosten, die sich zwischen 440 und 550 Millionen Euro bewegen. „Eine halbe Milliarde Euro ist sehr viel Geld für eine S-Bahn-Maßnahme“, gab Stefan Tritschler unumwunden zu. Zu rechtfertigen seien diese Kosten nur, wenn hinterher möglichst viele Fahrgäste die neue Strecke in Anspruch nehmen und so für die entsprechend hohe Auslastung sorgen.

Andreas Kenner (SPD) zeigte sich davon überzeugt, dass die Strecke von Kirchheim auf die Filder sehr gut ausgelastet wäre: „Hätten wir das jetzt schon, würde das den Zuzugsdruck enorm erhöhen. Dann müssten wir noch mehr Wohnungen bauen.“

In den nächsten zehn bis 15 Jahren lasse sich der Ringschluss sicher nicht erreichen, meinte Stefan Tritschler zur zeitlichen Einschätzung der Lage. Dr. Thilo Rose (CDU) merkte dazu an: „Trotzdem sollte es schneller gehen als bei der S-Bahn-Verlängerung nach Kirchheim. Es wird hoffentlich nicht wieder 31 Jahre dauern.“

Wie lange es auch immer dauern mag, wichtig ist für Oberbürgermeisterin Matt-Heidecker der aktuelle Schritt: „Wir dürfen die Trassen nicht aus der Regionalplanung streichen.“ Der Gemeinderat ist diesem Schritt gefolgt und hat die Stellungnahme der Stadt einmütig abgesegnet.Andreas Volz

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