Kirchheim

Warnung vor „brauner Gefahr“

Was ist los mit Deutschland? - Diese Frage stellte der verstorbene Landrat Dr. Hans Peter Braun vor 25 Jahren in einer aufrüttelnden Rede im Kreistag. Er führte mangelnde Perspektiven, zunehmende Gewaltbereitschaft und Politikverdrossenheit als Gründe für das damals aktuelle „Wiedererwachen der braunen Gefahr“ an. „Die extreme Rechte marschiert durch unser Land wie einst der Rattenfänger von Hameln“, wird der Landrat warnend im Teckboten vom 19. Dezember 1992 zitiert. Er rief alle demokratischen Kräfte auf, zusammenzustehen und erteilte jeder Form von Gewalt eine klare Absage. Anlass waren Überfälle mit fremdenfeindlichem Hintergrund beziehungsweise brennende Ausländerunterkünfte in Rostock, Hoyerswerda, Mölln und Ostfildern-Kemnat. „Wir müssen dieser Tendenz entgegentreten, jeder an seiner Stelle und jeder mit seinen Möglichkeiten“, appellierte der Landrat an die Politikerrunde. Gemäß der Verfassung müsse jeder als das akzeptiert werden, was er sei, nämlich als „ein Mensch wie du und ich“. Dr. Hans Peter Braun war sich sicher, dass das Jahr 1992 in die Geschichte eingehen werde - aber nicht im positiven Sinne.ist


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