Kirchheim

Warten wir‘s einfach mal ab

Wenn unterschiedliche Interessen aufeinanderprallen, ist es immer schwierig, einen Kompromiss zu finden. Natürlich entspricht es nicht gerade den Ideal-Vorstellungen von der „stillen Zeit“, wenn sich Tausende von Menschen am Morgen des Heiligabend in der Innenstadt zusammendrängen. Selbst ohne jede Musikbeschallung geht es da laut und lebhaft zu.

Andererseits hatte die spontane Versammlung in all den Jahren tatsächlich einen friedlichen Charakter. Es ist wie ein gigantisches Familientreffen – bei dem es sehr viel fröhlicher und freundlicher zugeht als bei manchem richtigen Familientreffen, das da um die Weihnachtszeit im kleinen Kreis zelebriert wird.

Außerdem müssen es nicht nur die „Weltenbummler“ sein, die über Weihnachten wieder an die Teck zurückfinden, bei denen man die überraschende Begegnung schätzt. Es gibt genügend andere, die man das ganze Jahr über treffen könnte. Und trotzdem sieht man sie nur am „Heiligmorgen“ – und das auch noch in einer gelösten Stimmung, völlig frei vom Stress des zurückliegenden Arbeitsjahres.

Wer da gerade in ein anregendes Gespräch vertieft ist, will sich vielleicht gerne auch nach 14 Uhr noch ein Gläschen holen. Das gibt es dann aber nur noch innen in den Lokalen, nicht mehr am klassischen Glühweinstand. Ob sich die Menge im Freien allein deswegen früher verläuft, muss sich erst noch weisen. Vielleicht ändert die Verfügung ja gar nicht viel am gewohnten „Heiligmorgen“. Warten wir‘s einfach mal ab. Bis Weihnachten 2017 bleibt jedenfalls genügend Zeit für Gespräche zwischen Gastronomie und Verwaltung.

Kommentar Andreas Volz zu den verkürzten Ausschankzeiten

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