Kirchheim

Was steckt hinter Pokémon Go?

Konzept: Pokémon Go ist eine Augmented-Reality-App. Das heißt dass die Realität computergestützt erweitert wird. Im Fall von Pokémon Go werden zum Beispiel Pokémon in die Kamera-Ansicht eingeblendet: Es scheint so, als hüpfen sie direkt vor einem auf der Straße. Per GPS kann der Spieler zudem lokalisiert werden und findet sich so auf dem Spielfeld in seiner Stadt wieder. Viele Ziele des Spiels sind mit Bewegung verbunden. So können Spieler nur von Pokéstops profitieren, wenn sie wirklich dort sind. Erfolg: Als die App in den USA auf den Markt kam, hat sie alle Erwartungen gesprengt. Insgesamt gibt es keine App, die in der ersten Woche jemals so oft runtergeladen wurde wie Pokémon Go. Das Release in Deutschland musste zunächst um eine Woche verzögert werden, weil die Server ständig zusammenbrachen. Den Hype um Pokémon gab es schon in den Neunzigerjahren – damals drehte sich jedoch noch alles um Sammelkarten und Gameboy-Spiele. Viele lassen so heute ihre Kindheit aufleben. Probleme: Das Spiel sorgte besonders in den ersten Tagen für reichlich Schlagzeilen: Verbrecher hatten die Lockmodule genutzt, um Jugendliche an verlassene Orte zu lotsen und dann auszurauben, Leute hatten Unfälle gebaut, weil sie im Pokémonfieber auf der Autobahn gedreht haben. Andere hatten sich während eines Manövers auf einem Truppenübungsplatz verirrt. Außerdem kritisieren Datenschützer die App: Durch GPS geben die Nutzer fortlaufend ihren Standort und ihre Wege preis. Verbote: Derzeit wird bundesweit viel über Pokémon-Verbote diskutiert. Erst letzte Woche haben die Regierungen im Iran und in Malaysia das Spiel komplett aus ihren Ländern verbannt – aus Sicherheitsgründen. In bayrischen Schlössern und Parks soll das Spiel beispielsweise künftig gesperrt werden. Und auch Museen und Gedenkstätten beschweren sich seit dem Release über auffällige Besucher. Als eines der ersten zog das Holocaust-Museum in New York schon Mitte Juli die Notbremse. mona


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