Kirchheim

Wasser nagt an Brückle und Ufermauern

Sanierung An Lindach und Lauter muss die Stadt Kirchheim einige Baumaßnahmen vornehmen. Viel sieht man nicht, ins Geld geht‘s trotzdem. Von Irene Strifler

Belag schadhaft, Unterbau unterspült, Geländer nicht mehr normgerecht: Die kleine Brücke zwischen Ziegelwasen und Ulrichskirche
Belag schadhaft, Unterbau unterspült, Geländer nicht mehr normgerecht: Die kleine Brücke zwischen Ziegelwasen und Ulrichskirche befindet sich in einem ziemlich schlechten Zustand und muss saniert werden. Außerdem soll die Lindach auch in diesem Bereich ökologisch aufgewertet und deutlich fischfreundlicher werden. Foto: Markus Brändli

Die Schlierbacher Straße ist eine wichtige Verbindungsstraße für alle, die von der Kirchheimer Innenstadt aus Richtung Schlierbacher Eck und nach Notzingen unterwegs sind und andersrum. Sie sollten sich ab September und voraussichtlich für den kompletten Rest des Jahres auf Behinderungen einstellen. Die unscheinbare Lindachbrücke, über die die Straße führt, ist nämlich total marode und muss saniert werden.

Im Infrastrukturausschuss listete Sachgebietsleiterin Bianca Wötzel den Stadträten die Schwachpunkte des Brückenbauwerks auf, dessen Fundamente auf das Jahr 1914 zurückgehen. Die Widerlager weisen etliche Schadstellen auf und zeigen gefährliche Hohlräume und Risse. Im neueren Teil der Brücke aus dem Jahr 1975 sieht‘s nicht viel besser aus. Selbst das Alu-Geländer ist nicht nur verwittert, es entspricht zudem nicht mehr aktuellen Vorschriften, weil es zu nieder ist und seine Längsholme einen etwas zu großen Abstand aufweisen. Die beste Nachricht lautet da noch: „Tragfähigkeit und Standsicherheit der Brücke sind derzeit noch nicht beeinträchtigt.“ Dennoch muss gehandelt werden. Deshalb will die Stadt die Brücke noch in diesem Jahr sanieren. Während der Bauzeit wird der Verkehr durch eine Ampel einspurig geregelt.

Die Kosten dürften nach aktueller Schätzung bei knapp 500 000 Euro liegen. Statt der Sanierung gleich eine neue Brücke zu bauen käme nach Auskunft der Vewaltung aber noch teurer.

Die Brückenbauarbeiten werden mit weiteren notwendigen Arbeiten an der Lindach abgestimmt. Die Stadt muss nämlich im Zuge der Europäischen Wasserrahmenrichtlinie ihre Gewässer für Fische und Kleinlebewesen durchgängig machen. Allein zwischen der Lindachbrücke und dem Ende der Unteren Steinstraße hinter dem Ziegelwasen befinden sich fünf sogenannte „Querbauwerke“ im Wasser. Sie stammen aus dem Ausbau des Flüsschens in den 1970er Jahren. Sämtliche Bauwerke sind höchstens für größere Bachforellen passierbar, nicht für kleinere Lebewesen. Sie sollen überwiegend entfernt werden, wobei das Material daraus in Form von „Störsteinen“ neu eingebaut wird. So wird einerseits die Durchgängigkeit wiederhergestellt, und es entstehen Kleinlebensräume, in denen die Lindach unterschiedlich schnell fließt. Gleichzeitg wird der Tiefenerosion entgegengewirkt.

Auch die Ufermauern an der Lindach weisen zum Teil starke Schäden auf und sind unterspült. Marode Uferbauten sollen abgebrochen werden, sodass die Böschungsneigung reduziert werden kann. Ziel ist, dass die Hänge durchwurzelt und auf diese Weise stabilisiert werden, wie Eberhard Müller von der Stadtverwaltung erläuterte. Der Uferbereich erfährt dadurch eine deutliche ökologische Aufwertung, auch der Hochwasserabluss verbessert sich etwas.

Die Bauarbeiten sollen im Herbst innerhalb von sechs Wochen über die Bühne gehen. Die Baukosten betragen voraussichtlich 180 000 Euro.

110 000 Euro steckt die Stadt zur gleichen Zeit in ihren zweiten Fluss: Die Lauter muss hinter Ärztehaus und Rewe-Supermarkt saniert werden. Dieser Bereich dürfte den wenigsten Bürgern überhaupt bekannt sein. Eberhard Müller verwies auf eine Reihe von Problemen, allen voran eine stark unterspülte Ufermauer. Mit Hilfe von einer Abflachung der Böschung und dem Einbau von Geotextilsäcken sollen dort standortgerechte Gehölze für eine schnelle Durchwurzelung und Begrünung sorgen.

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