Kirchheim

Wenn die Situation unangenehm wird, . . .

. . . dann gilt es, sich dieser Situation zu entziehen. Denn wie die Expertin weiß, täuscht einen das Bauchgefühl in den meisten Fällen nicht. „Wenn Sie im Bus von einer Person belästigt werden, setzten Sie sich weg oder stellen Sie sich zu einer anderen Gruppe dazu“, rät Dr. Julia Gebrande.

Kommt es doch zu sexualisierter Gewalt, sollte sich jede Frau wehren. Wenn ein einfaches Nein nicht ausreicht, sollte man auf jeden Fall handgreiflich werden. Denn hier handelt es sich laut der Professorin um Notwehr.

Wer trotzdem sexuell belästigt wurde, darf nicht schweigen, sondern sollte darüber reden. Anlaufstelle kann in diesem Fall die eigene Familie sein. Aber auch Beratungsstellen können bei der Traumabewältigung helfen - anonym oder persönlich, ganz nach dem Wunsch des Betroffenen.

Ist der Chef zum Beispiel derjenige, der einen tagtäglich schikaniert, ist es wichtig, das zu dokumentieren. „Das läuft ähnlich ab wie bei der Feuerwehr“, erklärt Julia Gebrande, „Sie notieren, was, wo und wie passiert ist.“ Das ist wichtig, um später rechtlich dagegen vorzugehen. Denn liegen keine Dokumentationen, Screenshots oder Chat-Verläufe vor, heißt es wohl oder übel: Im Zweifel für den Angeklagten.

Doch das Wichtigste ist in jedem Fall: nicht alleine bleiben. „Es ist schwer, über sexuelle Gewalt zu sprechen, aber das kann helfen, das Erlebnis zu verarbeiten“, erklärt Dr. Julia Gebrande.

Beratungsstellen und weitere Infos finden Betroffene auf der Homepage www.superheldin-gegen-gewalt.de.sei

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