Kirchheim

Wer sein Rad liebt. . .

Wer sein Rad liebt, der schiebt, heißt es. Doch der Anblick von Menschen, die ihre Fahrräder in Scharen mühsam Hügel hinaufschieben, ist Geschichte. In den 90ern, als das Radeln hierzulande so richtig zum Volkssport wurde, traf man sie an jeder Albsteige, am Anstieg zum Kirchheimer Schafhof, zum Dettinger Guckenrain, überall: Menschen mit erhitzten Gesichtern, die kapituliert hatten und den Drahtesel schoben.

Anzeige

Heute radeln durchtrainierte Sportler ohne mit der Wimper zu zucken auf hochmodernen Rennrädern oder Mountainbikes bergan. Wem‘s an Muskeln fehlt, dem hilft die Technik. Absteigen muss keiner mehr, kaum mehr aus dem Sattel gehen!

Freie Fahrt heißt es für freie Pedaleure. Doch wie das Leben so spielt: Man trifft sie gelegentlich eben doch noch, diejenigen, die zum Schieben verdammt sind. Nicht selten auf gar nicht so anspruchsvollen Strecken und fast immer spät am Tag. Dann nämlich, wenn der Akku mal seinen Dienst quittiert hat: Wer sein Rad liebt, der schiebt!