Kirchheim

Wie das Sommernachtskino der Krise trotzen will

Platzfrage Sollten die Auflagen für den Martinskirchplatz zu heftig sein, wäre das Areal des Autokinos die Alternative.

Besuchermagnet Sommernachtskino. Archivfoto

Kirchheim. Der Sommer rückt näher, und in knapp zwei Wochen werden die Nächte schon wieder kürzer. Zeit also für die entscheidende Kombination von Sommer und Nacht in Kirchheim. Seit 18 Jahren gibt es das Sommernachtskino auf dem Martinskirchplatz, und wenn es nach den Vorstellungen von Kinobetreiber Reimund Fischer geht, wird sich daran auch in den kommenden 18 Jahren nichts ändern. Alles sollte weiterhin seinen gewohnten Gang gehen, zu dem laue Nächte ebenso gehören wie ein abwechslungsreiches Filmangebot und die Gastro-Meile nördlich der Kirche.

Nun aber droht die Coronakrise mit einer Zwangspause. Tausend Menschen, Stuhl an Stuhl, kann man sich längst nicht mehr vorstellen. Mit 500 Kinogästen würde Reimund Fischer gerade noch klarkommen. Das könnte sich im Krisenjahr noch halbwegs rentieren - und sei es auch nur, um den Totalausfall zu verhindern.

Bislang hat Reimund Fischer nahezu stur an seinem Termin festgehalten - 6. bis 30. August 2020. Und daran ändert sich auch nichts. Zur Debatte steht für ihn höchstens der Ort: „Wir kennen die Bedingungen noch nicht, die im August für unser Sommernachtskino gelten könnten. Wenn wir das nur mit 200 oder 300 Gäs­ten machen dürften, lohnt es sich gar nicht mehr.“ Das ist aber noch lange kein Grund, die Freiluftkinoabende gänzlich abzusagen.

Die Alternative wäre ja längst gefunden: Seit Mitte Mai bespielt das Team bereits das Kirchheimer Güterbahnhofsgelände mit dem Autokino. Kommende Woche, am 15. Juni, soll sich das Angebot dort stark ausweiten: „Wir haben dann die komplette Infrastruktur im Autokino - mit den Gastronomen des Sommernachtskinos.“ Dazu kommen Liegestühle vor der Leinwand - und 90 Tonnen Sand. Wer im Liegestuhl sitzt, bekommt den Filmton per Kopfhörer vermittelt.

Sand ist ein weiteres Stichwort: Im Rahmen des Corona-Kultur-Sommers will Reimund Fischer auf dem Kino-Areal „Kirchheims größten Sandkasten“ aufbauen, als Angebot für Familien. Dazu spricht er - um Universalität bemüht - von „französischem Biergartenflair mit mediterranem Charakter“. Keine Frage: Falls es mit dem Martinskirchplatz nicht klappt, geht das Autokino Anfang August wohl schleichend ins Sommernachtskino über. Andreas Volz

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