Kirchheim

„Wir müssten alle Clowns sein“

Seniorentreff Ein Bauchredner unterhielt die Gäste beim ökumenischen Kaffeenachmittag im Katholischen Gemeindezentrum Peter und Paul in Ötlingen. Das Publikum fieberte begeistert mit. Von Carmen Mendetzki Brines

Heinz Schöttner (links) und Gerhard Bauer beim Naturdenkmal " Fahrtobel "
Heinz Schöttner (links) und Gerhard Bauer beim Naturdenkmal " Fahrtobel "

Bunte Tische, bunte Kleidung, bunte Torten: Beim ökumenischen Kaffeenachmittag für Senioren in Ötlingen darf das Buffet mit appetitlichen Berlinern, Torten, Kuchen und Brezeln nicht fehlen - natürlich alles selbst gebacken. Passend zur Faschingszeit sind die Tische mit farbenfrohen Luftschlagen und Tulpen dekoriert und sogar die heiß begehrte Faschingstorte ist mit Konfetti bestreut. Für die Bedienung der Teilnehmer wechseln sich die evangelische und katholische Kirchengemeinde ab, erklärt eine Dame mit elegantem Filzhut.

Seit rund dreißig Jahren steigt der Kaffeenachmittag jeden Monat. Christian Lorösch, Pfarrer der evangelischen Kirchengemeinde Lindorf und Ötlingen, sowie Reinhold Jochim, Pastoralreferent der katholischen Teilgemeinde Peter und Paul, leiten die Veranstaltung.

Das Programm umfasst ein breites Spektrum an Themenbereichen. Von Reiseberichten über historische Vorträge bis hin zu Gymnastik im Sitzen ist alles dabei. Viele Ideen stammen von den Teilnehmern. „Prinzipiell wäre das Programm für alle Generationen geeignet, aber es kommen fast nur Senioren“, sagt Lorösch. Trotz deutlicher Einladung für Enkel zum Bauchrednerauftritt sind auch dieses Mal nur zwei Kinder erschienen. Kommen darf dennoch jeder, der Lust hat. Die Teilnahme ist ohne Anmeldung möglich. Der Kaffeenachmittag ist längst zu einem Treffpunkt geworden, bei dem viele ihren Stammplatz haben. „Man sieht gleich, wer kommt und wer nicht“, erzählt eine Dame. „Hier kann man so viel Neues lernen und man hat ohne zu reisen schon sehr viel gesehen“, ergänzt ihre Nebensitzerin.

Zum Einstieg liest Reinhold Jochim an diesem Tag eine Ballade über einen Clown vor, der nicht ernst genommen wird: „Er rennt und schreit und schreit und rennt, der Zirkus brennt.“ Laut Jochim soll die Ballade zeigen, dass viele Menschen nicht sehen, „wo es in der Welt brennt“. Krieg, Gewalt, Terror und Hass sind ihnen gleichgültig. „Wir müssten alle Clowns sein“, gibt Jochim nachdenklich zu bedenken, „echte Christen, die die Fehler der Welt erkennen.“

Lustig wird‘s, als Bauchredner Martin Olschewski eine große Hasenpuppe aus einer seiner vielen Taschen auspackt. Mit einem frechen Einstieg gewinnt er die Aufmerksamkeit der Zuhörer. Die Dialoge mit verschiedenen Marionetten sind mit lustigen Sprüchen und Witzen gefüllt. Geschickt unterhalten sich die Puppen mit dem Publikum und reagieren auf unerwartete Antworten. Alle Gäste lachen herzlich. Tosender Applaus ist der Lohn für Martin Olschewski, der schon seit 2004 mit seinen Puppen im Altenpflegebereich und in Kinderkliniken auf Tour geht.

Info Der nächste Termin für den ökumenischen Kaffeenachmittag ist am Donnerstag, 30. März, von 14.30 bis 16.30 Uhr im katholischen Gemeindezentrum Peter und Paul in Ötlingen. Brigitte Springmann zeigt Bilder über eine Reise in den Iran.

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